140 Zeichen Hass.

Der Autor Maxim Biller hatte mal in grauer Vorzeit eine Kolumne mit dem Titel „100 Zeilen Hass“. Hier breitete der Journalist in der legendären Jetzt-Weltschau ‚Tempo’ seine Sicht der Dinge über gesellschaftliche Themen aus, die ziemlich konträr zur allgemeinen Anschauung der Dinge lag. Oft pointiert, gnadenlos egomanisch und eben triefend vor Ablehnung. Die Zeiten haben sich geändert. Aus Tempo wurde Übersch(w)all und aus 100 Zeilen 140 Zeichen. Nur der Hass, der ist geblieben – leider weniger intelligent und vielleicht noch eine Spur hassvoller.

Denn wir leben in aufgewühlten Zeiten. Gräben werden tiefer. Wir reden nicht mehr miteinander, sondern schreien viel öfter aneinander vorbei. Es geht nicht mehr um Dialog, sondern nur noch ums reden. Am dran sein. Am gehört werden. Von wem auch immer. 7 Followern oder 7 Millionen. Nachrichten sollen nicht mehr Nachrichten sein. Eher haben sie bei vielen Bevölkerungsschichten nur noch die Funktion das eigene Weltbild abzubilden. Wird das nicht getan, ist es eben Lügen- oder Halblügenpresse. Zeit hat niemand mehr: für Fakten, Recherche für Besonnenheit in unserem aufgehetzten und –geheizten Zeitalter.

Ich bin wie viele gerade erschüttert über die Anhäufung von Gewalttaten in Deutschland, Europa und der Welt. Jede dieser Taten hatte meines Erachtens andere Hintergründe: Terror (Ansbach, Würzburg), Amok (München) oder eine Beziehungstat (Reutlingen). Für die Angehörigen ist es wahrscheinlich egal, welcher Hintergrund die Tat jeweils hatte, sie wird das Leben aller dieser Menschen ihr Leben lang negativ beeinflussen. Allen diesen Menschen gilt mein Mitgefühl.

Trotzdem. Oder gerade deswegen. Habe ich nach dem Anschlag von Ansbach diesen Tweet geschrieben:

Bildschirmfoto 2016-07-27 um 11.59.13

 

Als Mensch. Nicht als Berliner. Nicht als Werber (wie ich danach auch verunglimpft wurde/werde – als ob ‚Werber’ kein Recht hätten auf eine Meinung zu einem Thema). Übrigens: ich habe politische Wissenschaft studiert, war knapp 9 Jahre als Offizier bei der Bundeswehr (habe also für unser Land wahrscheinlich weitaus mehr geleistet, als diese anonymen Internet-Krakeeler auf ihrem Sofa vorm Fliesentisch) und verkaufe keine Schokoriegel. Ich mache Wahlkämpfe und Kommunikation für öffentliche Institutionen oder Verbände. Mich mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen gehört zu meinem Beruf. Und meine Aufgabe ist es, Menschen diese Themen zu erklären und nahe zu bringen. Sie ggf. sogar von einer guten Sache zu überzeugen. Ich liebe meinen Job.

Nichtsdestotrotz wurde ich nach posten dieses Tweets von anderen Usern mit dem Tode bedroht und etliche Male beleidigt. „Hurensohn“, „Arschloch“ oder „linksversiffter Gutmensch“ war eigentlich Standard. „Idiot“ habe ich schon fast als Kompliment aufgefasst.

Die Tweets gegen mich waren teilweise so hasserfüllt, dass ich mir fast mehr Sorgen um die Schreiber gemacht habe, als um mich. Wo biegt man eigentlich mental falsch ab, um in dieser Kommunikation voller Wirrnis und Verschwörungen zu landen. Wo jemand wie ich – ein kleiner Berliner mit einem dämlichen Beruf – zur Projektionsfläche für Hass wird von Menschen, die denken in unserem Land läuft alles falsch und Merkel gehört an den Galgen.

Überhaupt: wir, die immer noch sagen, dass es vor knapp einem Jahr richtig war, Menschen Schutz zu bieten, die vor Krieg und Zerstörung flüchteten. Wir müssen uns Naivität und das zur Beleidigung gewordene Gutmenschentum vorhalten lassen. Ich bin übrigens gerne und mit Überzeugung Gutmensch. Dabei ist es fast zum Lachen, dass genau die rechten Trolle, die fordern, die männlichen Flüchtlinge aus Syrien sollten ihr Land verteidigen, dass gerade diese „Helden“ nicht mal den Mut haben mit Klarnamen ihre Meinung zu vertreten. Schöne Helden sind das. Und wahrscheinlich die ersten die aus Deutschland flüchten, wenn es statt Pringels vorm Computer plötzlich Bomben zum Nachtisch gibt.

Wenn aber jemand wie ich zu seiner Meinung steht, trotzdem Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen hat, dann wird er bedroht und gestalkt – weil man den Mut hat mit seinem Namen für seine Überzeugungen einzustehen. Und noch einmal: ich kann auch verstehen, wenn es Menschen gibt, die Merkels Flüchtlingspolitik ablehnen – aber wenn dabei Flüchtende entmenscht, Heime angezündet oder Thesen verbreitet werden, die nicht mehr auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen, dann ist bei mir Schluss. Schließlich ist es mehr als fragwürdig, wenn ein bekannter Blogger der FAZ genau diese Menschen noch mit Argumenten füttert und sich anhand eines Tweets eine Einschätzung darüber erlaubt, wie ich die Welt sehe und verstehe. Aber bloggende Berufsbesserwisser mit Internet-Anschluss haben nie die Welt verbessert, sondern geben nur Moment-Meinungen ab (die genauso lange nachhallen).

Zum Schluss: ich habe gestern gegen zwei Twitter-User Anzeige bei der Polizei erstattet, weil sie mir Tod und Gewalt androhten. Bei einem dritten habe ich überlegt, aber es war ggf. zu schwammig formuliert (hier profitieren die Trolle von unserem Rechtsstaat, den sie so doch so sehr hassen). Wir dürfen uns nicht von solchen anonymen Salonlöwen vorschreiben lassen, was wir wagen zu sagen und was nicht. Dafür musste ich mir von völlig empathielosen Trollen vorwerfen lassen, ich suhle mich in diesen Todesdrohungen (wie krank kann man sein?).  Ich mache mir keine Illusionen: es wird dabei nichts rauskommen. Alleine die Anzeige zu formulieren war irgendwie absurd. Wer hat mich geschädigt? Ein @irgendeinfantasiename aus ich weiß nicht wo. Das wird aller Wahrscheinlichkeit im Sande verlaufen. Was bleibt? Meine Frau hat Angst um mich, ich selbst sehe das eher gelassen. Doch was solche Hass-Trolle anrichten und an Furcht verbreiten, wenn sie jemand den Tod androhen, geht fast in Richtung Terror (den sie ja eigentlich so vehement ablehnen).

Und vielleicht kann das ein FAZ-Blogger aus dem beschaulichen Franken gar nicht beurteilen, wie sich das im fernen Berlin anfühlt – mit dem Tode bedroht zu werden. Aber: lassen wir den Hass nicht siegen, am Schluss setzen sich christlich-abendländische Werte durch: Nächstenliebe (die haben die selbsterklärten Bewahrer dieser Werte leider längst vergessen).

In dem Sinne bleibe ich dabei: Merkels Politik war, ist und bleibt richtig.

PS: Ich habe auch sehr viel Solidarität erfahren – danke dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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34 thoughts on “140 Zeichen Hass.”

  1. Allerwertester Herr Frommer,

    es ist mir klar, das Sie Nachfolgendes nicht veröffentlichen bzw. stehenlassen werden, aber die Message hat ihren Zweck schon dann weitestegehend erfüllt, wenn nur Sie sie lesen.

    Wenn demnächst mal wieder ein als Flüchtling hier eingereister Terrorist eine Bombe zündet und zwar in IHRER unmittelbaren Nähe und Sie dann in Folge der Explosion den Rest Ihres Lebens als schwerst-mehrfachbehinderter Pflegefall in einem Heim zubringen müssen, dann werde ich dem Pflegepersonal immer mal wieder ein paar Scheinchen zustecken, damit es Sie wenigstens drei mal täglich folgenden Spruch hören lässt:

    “Die Entscheidung von Merkel, die Flüchtlinge ins Land zu lassen, war, ist und bleibt menschlich-politisch richtig. Trotz allem.”

    Und bevor Sie jetzt wieder über den allgegenwärtigen pösen Hass wehklagen, erlaube ich mir folgenden Hinweis: nach meiner unmaßgeblichen Ansicht sind Sie es nicht wert, gehasst zu werden.

    Nur verachtet.

    1. Mit Verlaub, Herr Scholz, Sie sind ein Arschloch.
      Auch Arschlöcher hasst man nicht. Aber man gibt sich auch nicht gerne mit Ihnen ab. Sie dürfen gerne darüber nachdenken, warum das so ist.

      1. Werte Frau Reinhard, schön zu sehen, dass Sie mit proktologischen Grundbegriffen vertraut sind. Sicher lässt sich da auch etwas passendes für Sie finden. Die Formulierungen von Herrn Scholtz sind hart, im Kern aber richtig. Zu Ihnen fällt mir spontan folgendes Zitat ein: ,,Deutsche leiden an Bequemlichkeitsverblödung,, (Prof. für Psychologie Dr. Thomas Kliche). In diesem Sinne bitte fleißig weiter klatschen!

    2. In Ihrem Kommentar beschreiben Sie, dass Alf Frommer Opfer eines Angriffs eines Terroristen werden könnte, legen nahe, dass dieser sich unter den Flüchtlingen befinden wird und beschreiben eine anschließende vorsätzliche Misshandlung, die Sie persönlich fördern möchten.

      Wie kann es sein, dass Sie Ihren Kommentar angemessen und gerechtfertigt finden?
      Wie kann es sein, dass Sie nicht merken, dass Ihr Kommentar genau den Hass, die Unsachlichkeit und die Unangemessenheit darstellt, um die es in diesem Blogpost geht?

      1. Das Blut der Opfer klebt an den Händen der Bahnhofsklatscher und Schleuser in Politik und Medien.

        Jede Gewalttat, die von illegalen Einwanderern hier verübt wird, habt ihr erst ermöglicht.

        Ein paar hämische Kommentare, Hr Frommer solle selbst die Konsequenzen erleben, anstatt irgendwelche Kinder im Schwimmbad, die sollten sie als Schleuser und als fahrlässige Unterstützer der Peiniger ertragen können.

        Aber ja, besonders nett ist so ein Kommentar natürlich nicht.

    3. Sehr geehrter Herr Scholz,

      die radikale Schwarz-Weiß-Sicht der Dinge ist schade.

      Stellen Sie sich doch mal folgendes, rein theoretisches, Szenario vor: Ein Flüchtling rettet das Leben eines Ihnen nahestehenden Menschen. Niemand wird dabei ernsthaft verletzt. Ohne den Flüchtling hätte es das Leben ihres nahestehenden Menschen gekostet. Im Grunde also ein Fall, wie Sie ihn geschildert haben, nur eben mit einer positiveren Sichtweise. Natürlich nur, wenn absolut niemand einen Schaden davon trägt.

      Ich hoffe dennoch so ein Ereignis wird nicht eintreffen. Ich hoffe aber, dass Sie es mal theoretisch im Kopf durchgehen und es sie ein bisschen zum Undenken bewegt. Vielleicht stellen Sie dann fest, dass die Verachtung und den Hass, den Sie in sich tragen, nicht die Lösung für die Probleme unserer Zeit sind.

      1. ( … ) die radikale Schwarz-Weiß-Sicht der Dinge ist schade.

        Hallo. Genau das finde ich an dieser Debatte im Großen ebenfalls “schade”, vielleicht sogar “am Schadesten”.

        Beide Seiten, rechts sowie links, reklamieren weitläufig durch eine radikale Schwarz-Weiß-Sicht das Recht haben auf ihrer Seite. Rechts & Links wird vielerorten als Schwarz & Weiß (bzw. Weiß & Schwarz) verbreitet und wahrgenommen. Oder Halal & Haram.

        Bisweilen mit Hass. Davon können sich etliche Menschen freisprechen, egal ob Schwarz oder Weiß, nicht aber davon, daß auch auf ihrer Seite Hass verbreitet wird. Heißt umgekehrt gleichzeitig, daß die Seite Jener Hass erfährt.

        Es bedarf Dialog & Entgegenkommen. Auf ihren jeweiligen radikalen Schwarz oder Weiß Sichtweisen beharrend, so denke ich, hat gar niemand Recht. Und schon gar nicht kann sich dadurch etwas zum Positiven verändern.

        Der Graben wird nach wie vor tiefer geschaufelt. Und sowohl WIR als auch DIE, bzw. DIE und WIR helfen tatkräftig mit.

    4. Und wenn das nächste Mal ein Autofahrer ein kleines Kind tot fährt, verachten Sie dann auch alle Befürworter des motorisierten Verkehrs in Deutschland?
      Oder gilt diese Verachtung am Ende gar nur Gegnern ihres widerlich rassistischen Gedankenguts?

      1. Der Vergleich wäre nur dann passend, wenn die Bevölkerung mit der Einführung des motorisierten Verkehrs ebenso “zu ihrem Glück gezwungen”, geradezu überrumpelt worden wäre. Wenn genauso wie beim Einschleusen von leidenschaftlichen Intensivtätern alle Kritik unterdrückt und die Kritiker verleumdet würden.

        “Alternativlos” laut den Profiteuren dieser Lage — die Sozialindustrie boomt, jeder Intensivtäter schafft steuerfinanzierte Arbeitsplätze.

    5. Ich warte mit großer Freude darauf, dass Ihnen, ihrer Familie und allen, die sie kennen, größtmögliches Unheil zustößt und dann werde ich auch alles in Bewegung setzen, es nochmal unerträglicher zu gestalten.

      Ganz im Ernst: Bevor auch Sie in München oder sonstwo ausrasten, gehen Sie bitte zum Arzt.

      1. Na na na, sowas gehört sich aber für eine blumenüberbringende Klatschmaschine nicht. Was ist denn mit Ihrer fortwährend gepredigten Toleranz? Oder sind wir am Ende nicht doch auch ein klitzekleiner Meinungsfaschist?

    6. “Denn wir leben in aufgewühlten Zeiten. Gräben werden tiefer. Wir reden nicht mehr miteinander, sondern schreien viel öfter aneinander vorbei.”….soviel dazu.

    7. Herr Scholtz, Sie machen in Ihrem Gedankengang zwei Fehler. Der erste liegt darin, dass Sie Gefahr, Risiko und Prozente nicht analysieren und einschätzen, dafür aber alles ihrem Protestmotiv, der Angst, unterordnen.
      Zu den Prozenten kommen Sie, wenn Sie die Gefahr eines ausgeführten Anschlags durch einen im Flüchtlingsstrom eingereisten Flüchtenden mit der Zahl der eingereisten Flüchtlinge verrechnen. Sie landen dann voraussichtlich bei irgendeinem Wert zwischen 2 und 10 Millionstel.
      Beim Risiko müssen Sie die Risikoerhöhung überlegen. Wenn Sie z.B. seit August 15 keinen einzigen Flüchtling mehr hineingelassen hätten, wäre dann die Anschlagsgefahr heute geringer? Natürlich nicht, denn für die Zahl der Anschläge ist weniger die Zahl der potenziellen Täter als die Impulskraft des Motivs entscheidend. Heißt: Je größer der Schlammassel für die IS in Syrien und anderswo wird, desto mehr wird es in Europa “Ausfallversuche” geben bzw. Versuche, die Nato-Länder dazu zu veranlassen, in Syrien keine Einsätze gegen den IS zu führen.
      Sie sind, abgesehen ihrer Pirouetten in bösartigen Gedankenspiralen, vor allem gefangen in einer nicht sachgerechten “Risikoanalyse”, vermutlich weil Sie gedankenlich viel zu sehr unter dem Eindruck von Nachrichtenpartikeln, Netzhetze aus allen Rohren und begriffslosen Bildern stehen. Das führt zum Unfähigkeit, noch irgendetwas Zwiespältiges, Mehrseitiges, Verwickeltes, Widersprüchliches gerecht abwägen zu können. Z.B. geht Ihnen vermutlich überhaupt nicht in den Kopf, dass in München, im OEC, ein dort geringfügig mit Ordnungsaufgaben beschäftiger Flüchtling 100 Passanten geistesgegenwärtig in Schutz gebracht hat und sich im übrigen freut, auf diese Weise etwas von dem Guten zurückgeben zu können, dass er in D erfahren hat. Da ist die Motivlage andersherum. Sie schaufeln aber 1 Million Menschen einfach in die Schublade “Terroristen”, weil eine Handvoll oder zwei nicht mehr dicht unterm Pony sind. Das Phänomen der “Gewaltbereitschaft” ist aber keineswegs ein außerdeutsches, sondern leider, leider in den letzten Jahren zunehmend ein Deutsches gewesen. Warum dann nicht alle Sachsen zu verfassungsfeindlichen Neofaschisten und Rechtsterroristen erklären? Klar, weil sie es eben nicht alle sind. Selbst in Sachsen sind es nur ein paar Leute mit Mord- und Terror-Affinität. Und auch dort hängt es weniger mit Zahlen, sondern mit Motiven zusammen, daneben auch mit einem Umfeld, dass die entsprechend absurden Legitimationswolken im Netz herumtrompetet.
      Bei der Zerstörung der Vernunft als Vorbedingung von jedwedem Terror helfen immer irgendwelche Einpeitscher und Maulhelden. Und neuderings auch immer mehr Bürger, die ehemals noch halbwegs beieinander waren, jetzt aber gar nicht mehr zu wissen scheinen, was ein Bürger ist und was ihn eigentlich auszeichnet. Ganz wichtig: Zivilisiertheit und Besonnenheit. Sehen Sie nicht selbst, wie weit Ihnen beides schon abhanden gekommen ist?

      1. Tja Herr Fritz, offensichtlich haben Sie die Relativität aber auch nicht verstanden.

        ,,Ein Haar in der Suppe ist relativ viel, ein Haar auf dem Kopf ist relativ wenig,, …Mal drüber nachdenken, dass hilft vllt. fürs Verständnis.

    8. Sie haben leider nichts verstanden.

      Vielleicht mal damit auseinander setzen:
      Antoine Leiris – Meinen Hass bekommt ihr nicht.

    9. Diskussionswürdig formuliert aber die Metapher beschreibt in harten Bildern worum es geht! Um mit Henryk Broder zu antworten, sind dass dann die Kollateralschäden der Integration.

  2. Herrje, Herr Scholtz, wenn sie so große Angst haben, von einem Terroristen ermordet zu werden, dann bleiben sie bitte zu Hause.

    Nicht, um sich vor Terroristen zu verstecken, sondern sich vor dem Straßenverkehr zu schützen. Der trachtet ihnen nämlich weit mehr nach dem Leben.

    Kämpfen sie also gegen Autos und LKW, statt gegen Asylbewerber und Flüchtlinge.

    Da tun sie auch noch was für die Umwelt.

    1. >Herrje, Herr Scholtz, wenn sie so große Angst haben, von einem Terroristen ermordet zu werden, dann bleiben sie bitte zu Hause.

      Warum sollte Herr Scholtz denn akzeptieren, dass sein Land unsicher gemacht wird?

      Anstatt sich ängstlich einzusperren, kann er auch ganz demokratisch eine Partei wählen die verspricht, den Alptraum zu beenden.

    2. Herrje Herr Stefan, ich frage mich, ob Sie den traurigen Mut gehabt hätten, Ihre an Dummheit kaum mehr zu überbietende Replik auch bei den Hinterbliebenen der von den Rechtsterroristen des NSU Ermordeten anzubringen.

      Etwa so: “Nun habt euch mal nicht so wegen der Handvoll mörderischer Nazis, die fallen gegenüber den Millionen nichtkrimineller Deutschen doch gar nicht auf und überhaupt, euer Sohn/Bruder/Vater hätte genaus so gut bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen können, da ist die Wahrscheinlichkeit noch viel höher. Kämpft also statt gegen Nazis lieber gegen Alkohol im Straßenverkehr, das verbessert eure Sicherheit viel mehr.”

      Zweifellos wurde ihr albernes Ablenkungsgesülz von einem ähnlichen Reflex geleitet, der gewisse Zeitgenossen, wenn Sie das Wort “Auschwitz” hören, sofort mit “Dresden” antworten lässt.

  3. Ingolstadt ist zwar nicht allzuweit weg von Franken, aber immer noch Oberbayern. Und nicht wirklich das, was ich \”beschaulich\” nennen würde.

  4. Danke für diesen Text. Dieser immer virulenter werdende Hass – und das, was daraus entwachsen könnte – breitet mir erheblich mehr Sorgen, als alle Terroranschläge der letzten Monate.

  5. Schöner Text, hat mir sehr gefallen, aber…
    “war knapp 9 Jahre als Offizier bei der Bundeswehr (habe also für unser Land wahrscheinlich weitaus mehr geleistet, als diese anonymen Internet-Krakeeler auf ihrem Sofa vorm Fliesentisch)”
    Hm… Da hätte ich fast aufgehört zu lesen. Musste das wirklich sein?

  6. Merkels Politik war, ist und bleibt richtig….. Das ist doch fishing for hate oder was. Merkels Politik, in wie weit ist die denn richtig, sich hinstellen und sagen wir schaffen das, das ist noch keine Politik.

    Funktioniert die Registrierung der Flüchtlinge?
    Haben wir genug Beamte in allen relevanten Bereichen?
    Ist das Angebot an Integrativen Maßnahmen ausreichend?
    Wie wird das Angebot integrativer Maßnahmen qualitativ bewertet?
    Ist ausreichend Wohnraum zur Unterbringung von Asylanten und oder Flüchtlingen vorhanden?

    Ich mach an der Stelle mal Schluss, und sie sagen mir was Frau Merkels Politik zur Lösung dieser Probleme beigetragen hat. Den großen Rollback mit der Ausweitung sicherer Herkunftsländer, dem faktischen Errichten einer Mauer namens Türkei, die Verschärfung des Asylrechts , haben sie das auch alles mitbekommen? Sieht nicht mehr alles nach wir schaffen das aus oder?

  7. In Ungarn saßen Ende August 2015 wenige Zehntausend und nicht mehrere Hunderttausend fest.
    Wenn sich nun, jenseits Merkel´scher Politik, durch die Grenzsicherung anderer Schurkenstaaten die Flüchtlingszahlen im Vergleich zu 2015 halbiert haben, welche Rückschlüsse lässt das auf das aktuelle Bürgerkriegsleid der in den Kriegsgebieten verbliebenen zu? Ist da keiner mehr? Ein Bürgerkrieg ohne Bürger? Oder eher “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”?
    Wenn ich mit den selben Mitteln, die das Verbleiben eines Flüchtlings hierzulande kostet, mehr als 50 in den Anrainerstaaten oder in Schutzzonen helfen kann, dann gilt also auch “Alle doof außer Mutti”?
    Die Merkel´sche Metamorphose von der “Eiskönigin” zur “Mama Merkel” unter Zuhilfenahme eines Flüchtlingsmädchens “Reem” (welches mit Antisemitismus kein allzu großes Problem hat) ist auch schon vergessen?

    Den Rest der “braunen Soße” hat LHME schon gefragt, ich möchte noch die Hunderttausenden Arbeitsplätze erwähnen, die, wenn “Wir schaffen das! “gefinisht wird, zu eruieren wären.
    Und ganz aktuell: Den Tausenden fehlenden Psychotherapeuten, die der neubayerische Klimaflüchtling Rinderspacher (SPD) gerade fordert, möchte ich ganze Therapeutenverbände entgegenhalten, die Wartelisten mit jahrelangen Wartezeiten als menschenverachtend ablehnen und daher einfach keine Listen mehr führen. Es gibt nämlich ein EU-verbrieftes Recht auf diese Behandlungen.

    Heimatentwurzelung durch Entwurzelte? Muss schief gehen.

  8. “In dem Sinne bleibe ich dabei: Merkels Politik war, ist und bleibt richtig.”

    Sie wiederholen Ihren Tweet, schaffen es aber nach wie vor nicht zu erklären, warum Sie dieser Ansicht sind? Folgen Sie Ihrem Gefühl oder setzen Sie sich auch mit der Realität auseinander?

    Ich kenne nahezu niemanden, der das so unterschreiben würde. Außer Leute, die meinen – Sie verzeihen mir diese Zuspitzung – meinen die Moral gefressen zu haben.

    Ich verurteile Hasspostings, linke wie rechte. Genauso überflüssig sind aber auch Tweets und Beiträge nahezu ohne jeden Diskurs. Gesellschaftliche Spaltung, Überforderung, eklatante Sicherheitskrisen und eine völlig andere Kultur der Migranten sind Punkte, die man zumindest diskutieren muss.

    Eins noch: Wenn Sie die Politik von Frau Merkel für so richtig halten, bauen Sie bitte Ihre Haus- und/oder Wohnungstür aus und lassen bitte jeden rein, der sagt, er flieht oder brauche Hilfe. Wirklich jeden. Sie lassen sich erzählen, wo jeder herkommt, können das aber eigentlich nicht überprüfen, da sich niemand ausweisen kann. Sie versorgen diese Leute und bringen sie dann in Arbeit, auch wenn viele weder Lesen und Schreiben können oder auch nur eine passende Ausbildung haben. Damit sich schnell rumspricht, dass Sie so nett sind, machen Sie ein paar Selfies mit den Geflohenen in Ihrer Wohnung und posten diese bei Facebook.

    Und wenn Sie irgendwann merken, dass das alles vielleicht doch keine so gut Idee war (auch, wenn es möglicherweise gut gemeint war), engagieren Sie einen stadtbekannten Schläger, der Ihnen die Leute vom Hals hält. Denn Ihre Wohnungstür wollen Sie, entgegen aller Vernunft, nach wie vor nicht wieder einbauen.

    In diesem Sinne – wer das für richtige Politik hält, scheint in einem Abhängigkeitsverhältnis dazu zu stehen.

  9. Große Unterstützung meinerseits für Ihren Post, Herr Frommer. Und einige Kommentatoren, die wieder mit ihrer Kritik an der Flüchtlingspolitik anfangen (die ja erlaubt ist), haben nicht verstanden, worum es bei diesem Post ging. Dass Kritik durchaus erlaubt und erwünscht ist, aber eben nicht in dieser Art und Weise, die Thema des Kommentar ist.

  10. Ihre Weltsicht können Sie dann gerne den arabischen Neubürgern erklären, falls die Sie überhaupt verstehen, Herr Frommer.
    Was Merkel über Nacht an Fakten geschaffen hat – ohne parlamentarische, geschweige denn gesellschaftliche Debatte – ist durch nachfolgende, dem Grundgesetz verpflichtete Regierungen unumkehrbar und eins ist klar: egal wie stolz Sie Ihre Meinung herauströten, Verantwortung für die Folgen werden Sie und Ihr Anhang niemals übernehmen. Wir werden uns auch nicht von der neuen Maasi mundtot machen lassen und Ihnen jederzeit klare Kante geben.

  11. Ich finde es ungemein ätzend, wie alle Gewalttaten von vielen – auch hier Kommentierenden – mal eben in einen Topf gerührt werden. Fakten nimmt man einfach nicht zur Kenntnis!

    Vielleicht doch mal lesen:

    Warum der Attentäter von Ansbach rein gar nichts mit Merkels Flüchtlingspolitik zu tun hat
    http://www.stern.de/politik/andreas-petzold/ansbach-attentaeter-merkel-fluechtlingspolitik-memo-petzold-6983272.html

    Zitat:

    “Es ist scheinheilig, wenn Seehofer und Co. den Anschlag von Ansbach dazu missbrauchen, Merkels Flüchtlingspolitik zu diskreditieren. Schon aufgrund der Genfer Flüchtlingskonvention hätte es keine Möglichkeit gegeben, den damals 25jährigen Syrer abzuweisen. Selbst Frauke Petry hätte Mohammad D. ins Land gelassen.”

  12. Wer hatt denn all die Gewalttaten von den Deutschen ermöglicht? Fakt laut Wikipedia: Amokläufer/Terroristen mit Toten waren in den letzten 25 Jahren (schon lange vor Merkel) deutlich überwiegend Deutsche ohne Migrationshintergrund, durchschnittlich 28 Jahre alt, hatten legal Zugang zu Waffen.
    Der Mechanismus ist dolch Folgender: Unter dem Eindruck der aktuellen Nachrichten aus dem Nahen Osten wird den Flüchtlingen ein vergrößertes Gefahrenpotenzial untergeschoben, dass sich faktisch bislang nirgends so recht bestätigt hat. Die Gefahr ist Kern aller Argumente gegen die Flüchtlingspolitik, faktisch aber gar nicht belegt. Damit soll keine einzige Tat von welcher Seite auch immer (auf der rechtsextremistischen Seite war ja in letzten Jahren immer mehr los, Antifa auch immer ekoppter unterwegs) beschönigt werden. Es geht schlicht um die Pest der falschen Verallgemeinerung. Wenn der Mumpitz mal vom Tisch wäre, könnte man über die wirklich dringenden Fragen reden, z.B. über gelingende und misslingende Integration. Und wie man mit misslungener Integration umgeht. Die Frage ist ja viel dringender, wenn man daran denkt, wie sich die Türkei ganz im Stil einer rechtsextremistisch-religiösen Diktatur in unsere Demokratiestandards einmischen will.

    1. Mir geht es sehr wohl um Differenzierung. Wem steht Asyl aufgrund des Asylrechts zu? Welche und wieviel reguläre Zuwanderung wollen und brauchen wir in Deutschland? Wieviel Geduld wenden wir für straffällig gewordene Zuwanderer auf? Diese Fragen löst man nicht, indem man einfach die Grenze aufmacht und völlig unkontrolliert, ohne zu wissen wer da kommt, Leute hineinlässt. Wem ist denn damit geholfen worden? Der syrischen Familie, die in Syrien nicht zu den Wohlhabenderen gehört hat, die sich eine Schleusung nach Europa leisten können? Oder dem gefolterten Dissidenten, der es in Zukunft schwerer haben wird, in Europa Asyl zu bekommen? Werfen Sie mir bitte keine fehlende Differenzierung vor, werfen sie das denen vor, die Millionen Menschen im Nahen Osten und in Afrika aufgerufen haben, sich Flugtickets nach Deutschland auf Kosten der Deutschen Botschaft zu kaufen und alle, die da Einwände hatten, unisono als Nazis und Rassisten verunglimpft haben. Werfen sie das der SPD vor, die Ihren “Justizminister” Unternehmen über eine trübe Stiftung dazu nötigt, Gegnern der Regierungsmeinung den Account zu sperren und Zensur auszuüben. Haben Sie Angst vor Terrorismus? Haben Sie lieber Angst vor schwächelnder Konjuktur und steigenden Zinsen, die unweigerlich zu neuen Sparprogrammen und Verteilungskämpfen führen werden. Erklären Sie dann den “Verlieren” unseres tollen Wirtschaftssystems, warum dem deutschen Staat die Integration des MUFL mehr Wert ist als die Re-integration des Ingenieurs, der 20 Jahre geschuftet und Steuern+Sozialabgaben gezahlt hat, sein Erspartes aufbrauchen musste und jetzt beim Amt betteln darf und demütigende “Bewerbunsgkurse” besuchen darf, wo er lernt, dass man mit geputzten Zähnen zum Vorstellungsgespräch geht. Erklären sie den Mindestlohnempfängern, warum ihre solidarisch finanzierte Krankenversicherung der ganzen Welt offen steht, aber Politiker, Beamte, Besserverdienende und von Kapitalerträgen Lebende zwar hoch auf dem moralischen Ross sitzen dürfen, wenn Wohltaten für Refugees gefordert werden, aber selber keinen Cent in diese Kassen einzahlen. Ach, und haben Sie doch mal die Eier und fragen Sie Frau Merkel auf der Bundespressekonferenz, warum sie keinen Mucks sagt, wenn unserer großer Verbündeter auf der anderen Seite des Atlantik seinen Geheimdienst einen Bürgerkrieg in Syrien anzetteln lässt (obwohl das ja schon in Ägypten und Libyen schiefgegangen ist) um einen Diktator zu stürzen, und die jungen Männer, die ja gegen Assad kämpfen sollen, dann bei uns Asyl beantragen. Viel Spaß dabei!

  13. War ja klar, dass so einer wie Sie in der Schlammschlacht rund um den Tod des Piraten Claus-Brunner mit Spritzern befleckt rauskommen. Zu Recht, wie ich meine. Schämen Sie sich!

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