Man kann nicht nichtwählen.

Viele Jahre meines Lebens habe ich nicht gewählt. Man kann es auch so sagen: ich war überzeugter Nichtwähler. Wobei überzeugt in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist. Im Grunde war ich nicht überzeugter Nichtwähler. Denn ich war von nichts mehr überzeugt: Vom Gewicht meiner klitzekleinen Stimme, von „den“ Politikern, von „den“ Parteien, die sich kaum mehr unterscheiden lassen. Und sowieso.

Man kann sagen, dass ich ein äußerst politischer Nichtwähler war. Denn meine Ablehnung entstand nicht aus Desinteresse, sondern im Gegenteil: aus höchstem Interesse. Ich studierte Staatswissenschaften mit Schwerpunktfach Politik (internationale Politik, um es genau zu sagen). In meiner besten Zeit habe ich jeden tag die Süddeutsche Zeitung gelesen, also wirklich gelesen und nicht überflogen. Montags kaufte ich den Spiegel und Donnerstag die Zeit. Ich wollte alles wissen, was passiert. Ein totaler Info-Junkie (was durch das Internet im Grunde noch verstärkt wurde).

Meine erste Nichtwahl war 2002. Ich war total enttäuscht von der rot-grünen Regierung. 1998 war so was wie das 1968 für zu spät geborene. Endlich war Helmut Kohl weg. Der war eigentlich immer da und erklärte die Welt. Aber irgendwann wollte man seine Erklärungen nicht mehr hören. Dieses „ich habe gar nicht die Absicht mit ihnen zu reden“ – so eine seltsame Formulierung, die man nur von ihm kannte. Und hasste. Das Leben unter Kohl hatte die Form eines zu groß geratenen Kassengestells. Rund, aber nicht rundum glücklich.

Dann war die Wahlnacht 1998 und das Duo Schröder/Fischer triumphierte. Der Jojo-Joschka damals ganz dünn in seiner Rolle als Marathon-Läufer. Gerhard Schröder mit tiefschwarzem Haar und einem Glas Sekt in der Hand. Alle waren glücklich. Ich auch. Mit aller mir möglichen Naivität nahm ich an, jetzt würde alles anders. Besser. Toller. Größer. Aber es blieb im Grunde wie es war. Nach wenigen Monaten ging der Finanzminister Lafontaine, dann entschieden die Grünen (!) deutsche Soldaten in den Krieg zu schicken und nach dem 11. September gab es nur noch uneingeschränkte Solidarität mit den USA. Wen hätte ich 2002 wählen sollen? Stoiber, der sich damals schon als Sieger wähnte (und später hoffte in 10 Minuten vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen zu fahren). Oder Schröder? Oder Fischer in seiner Rolle als Staatsmann, der schon wieder ziemlich dick war. Was konnte ich schon ändern? Die sind doch sowieso alle gleich. Die legitimiere ich doch nicht zusätzlich mit meiner Stimme.

Was dann mit der Agenda 2010 kam, gab mir insgeheim recht: Denen hatte ich nicht mein Mandat gegeben. Ich war fein raus. Ich betrachtete den Sozialabbau sozusagen von außen. Durch die Fensterscheibe. Ich drückte mit daran die Nase platt. Mein Atem kondensierte und versperrte mir die Sicht. Manchmal ist es aber auch besser Dinge nicht zu sehen. Viele Jahre hatte ich meine Legitimation gefunden. Warum wählen? Nichtwählen ist viel besser, denn nun ging mich Politik nicht mehr direkt an. Ein komischer Gedanke, aber so fühlte ich es. Ich fühlte mich frei. Freier, als jemand der wählt: Ich hatte mich mit meiner Stimme nicht an etwas gebunden. Eine Partei gewählt, die vielleicht später komplett das Gegenteil von dem macht, was sie vorher versprochen hatte. Unwahrheiten von Politikern interessierten mich nicht. Ich stellte mich außerhalb des demokratischen Systems – und fand das angenehm.

Dann fing ich an noch mal zu überlegen: Auch das Nichtwählen ist eine Wahl.  Darüber hinaus veränderte ich auch mit einer Nichtwahl nichts. Die Parteien würden dann ja auch nicht plötzlich total unterscheidbar. Oder Politiker nur die Wahrheit erzählen. Im Grunde genommen ist es doch auch so: Parteien sind nicht anderes als ein Ausdruck gesellschaftlicher Strömungen. Mal etwas liberaler, mal etwas staatshöriger oder mal pseudo-sozialistisch. Hier finden Menschen zusammen und artikulieren Ideen des Zusammenlebens. Wenn diese Menschen sich immer ähnlicher werden, kommen eben bei allen Parteien die gleichen Forderungen raus: Mehr Gleichberechtigung von Mann und Frau, Rente mit 67 oder Abschaffung der Wehrpflicht. Das liegt dann aber an der Gesellschaft und nicht den Parteien. Parteien sind Menschen, oder besser gesagt: zuerst Menschen.

Also alle die Gründe nicht zu wählen ändern auch nichts: an den Parteien, an der Politik oder überhaupt. Darum bin ich 2011 wieder wählen gegangen. Mit weniger Illusionen, als vielleicht 1998. Vielleicht weil ich weiß: die höchsten Mauern für Veränderungen sind unscheinbare Verwaltungsvorschriften. Ich glaube vielen – auch gerade jungen Politikern – das sie was ändern wollen. Aber da kennen sie oft noch nicht die Knochenmühle Politik. Die ist kein 100 Meter Lauf, sondern ein Marathon. Manchmal sogar ein Ultra-Marathon.

Ich habe meine Erwartungshaltung geändert: Ja, meine Stimme wird die Welt nicht verändern. Aber meine Welt.

Big Brother, Big Fail.

Big Brother ist watching you: In diesem Fall ein Piraten-Abgeordneter.
Big Brother ist watching you: In diesem Fall ein Piraten-Abgeordneter.

Der Wahlkampf ist im vollen Gange. Oder er nimmt gerade Fahrt auf. Oder er wird nie anfangen. Man weiss es jedenfalls nicht so ganz genau. Zumindest wurde der Piraten-Partei ein Kern-Thema wie Internet-Überwachung versus freies Internet auf dem Silber-Tablett serviert. In den Umfragen hat sich das bis jetzt marginal ausgewirkt: Viele Institute sehen die Piraten momentan bei etwa 3% bis 4%. Hierzu auch Partei-Chef Bernd Schlömer:  http://www.n-tv.de/politik/Schloemer-Wir-buendeln-den-Unmut-article11048331.html. Es wäre also wirklich nicht ganz ausgeschlossen, dass es im nächsten Bundestag Abgeordnete gibt, die irgendwie komisch aussehen.

Jetzt hängt seit kurzem ein “Big Brother” Motiv als Groß-Plakat in Berlin. Es ist weder im korrekten Corporate Design der Kampagne, noch macht die Aussage des Plakats Sinn. Man sieht dort den Berliner Abgeordneten Gerwald C. Brunner unter der Headline: “Big Brother is watching you.” Herr Brunner ist ein extrem großer und breiter Mann. Bedeutet dies nun, dass Gerwald C. Brunner nun persönlich den Überwacher spielt? Zwar wird durch die daneben stehenden Sätze die Absicht klar: Natürlich ist man gegen Überwachung und Ausspähung, nur macht die visuelle Verbindung eines Piraten-Politikers (der dazu noch sehr groß ist) mit der Zeile keinen Sinn. Denn die meisten Betrachter (die Gerwald C. Brunner wahrscheinlich gar nicht kennen), werden in ihm den Big Brother sehen, der sie überwacht. Aber das darf doch nun wirklich nicht die Absicht sein.

Die Frage ist wirklich, wie so ein Plakat zustande kommen kann? Es widerspricht kommunikativ allen Grundsätzen: Bring dich selbst nie mit einer negativen Aussage in Verbindung. Gerade als Politiker, der dazu noch als Direkt-Kandidat antritt. Zudem gibt es sehr gute Motive gegen die Internet-Überwachung, wie das mit Angela Merkel, die statt einem Kopf, eine Überwachungskamera auf den Schultern trägt. Daher wirkt so eine schlecht durchdachte Solo-Nummer meiner Meinung nach noch kontra-produktiver.

Wir stehen zwischen 3-4% und können den Einzug in den Bundestag schaffen. Aber vielleicht machen es sich einige lieber in einer 2% Partei gemütlich und schimpfen dann auf “die da oben”. Ist ja auch einfacher, als wirklich was ändern zu können. Oder so.

Ein Fall für die geschlossenen. Kapitel.

Sixt war viele Jahre dafür bekannt sich Gegner zu suchen und keine Opfer. Gegner wie Angela Merkel, Oskar Lafontaine oder zuletzt Berlusconi. Also genau die Menschen von da oben, deren kleine Fehler, Skandale und Skandälchen man nutzte, um sie mit etwas Schadenfreude, einer Prise Satire und Witz auf die Schippe zu nehmen. Das funktionierte hervorragend, weil jeder gern über die schlechte Frisur von Angela Merkel lacht oder sich darüber lustig macht, dass der Maestro des Bunga-Bunga immer sicherer ins Kittchen muss.

Der Witz liegt ja gerade darin, dass diese Großkopferten – Politiker zumal – sich immer ins beste Licht zu rücken versuchen. Sie wollen Vorbilder sein und keine Witzfiguren. Gerade deswegen war die Cabrio-Frisur Anzeige von Sixt so gut: Sie nahm die Diskussion um das Äußerer der heutigen Kanzlerin auf und transportierte die Verkaufs-Message auf überraschende Weise in Form einer Cabrio-Frisur für den Mietwagen-Anbieter. Das war frech und poiniert, aber vor allem eine gute kreative Idee toll umgesetzt. Legendär auch die Headline zum Rücktritt von Oskar Lafontaine als Finanzminister im Kabinett Schröder: “Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit.” Wenig humorvoll erwies sich Lafontaine, der sieben Jahre gegen Sixt prozessierte und Schadenersatz verlangte. 100.000 Euro wollte der Salon-Kommunist und klagte durch mehrere Instanzen. Er verlor schließlich, Sixt musste nicht zahlen. Merkel übrigens verzichtete auf Geldforderungen. Sie sagte nur: “Frau Sixt könnte mich zur Wiedergutmachung einmal zu einer Cabrio-Fahrt einladen.” Das alles war wirklich witzig und griff eben keine wehrlosen an, sondern die Mächtigen der Republik. Das war also auch mutig.

Sixt lag oft genau richtig und traf den richtigen Ton. Genau so wie Werbung sein sollte, wenn sie aktuelle Geschehnisse aufgreift. In letzter Zeit lag Sixt öfter daneben. Beim Witz und beim Ton. Erst vor kurzem sprang das Unternehmen viel zu spät auf einen Internet-Trend auf und ließ zwei Mädchen User zum liken auf Facebook auffordern. Bei 1 Million Likes wollten sie „oben ohne“ durch Hamburg fahren. Zum einen war der Scherz ein unterirdischer Zoten-Schenkelklopfer, zum anderen stand im Bild auch noch ein Cabrio rum. Die Pointe war also schon längst bekannt, bevor der Witz zu Ende erzählt war. Also im doppelten Sinne vom Timing schlecht.

Und heute nun die Anzeige mit Gustl Mollath. Sie beinhaltet alles, was Sixt früher nicht war: Statt sich die von oben vorzunehmen, krallte man sich nun einen, der im wahrsten Sinne des Wortes wehrlos war: Gustl Mollath war sieben Jahre lang der Willkür der deutsche Justiz ausgeliefert, weil er als gemeingefährlich eingestuft wurde und in der geschlossenen Psychiatrie saß. Genau so jemanden, sollte man nicht wieder ohne seinen Willen zu einer Werbefigur machen, um damit „verrückte“ Preise anzupreisen. Unverständlich erscheint, warum die Schutzmechanismen in Unternehmen und betreuender Agentur nicht gegriffen haben. Es muss doch jemand Bedenken geäußert haben, dass man mit Gustl Mollath und seinem Fall keine Scherze treiben kann, weil die menschliche Tragödie einfach eine andere ist, als eine miese Frisur von Angela Merkel oder ein im Ego verletzter Lafontaine.

Mir erscheint die Mollath Anzeige wie eine Ausdruck purer Verzweiflung: Die Sixt Kampagne hat sich über die Jahre tot gelaufen: Sie ist einfach zu erwartbar geworden. Berlusconi wird verurteilt: Sixt kommentiert. Pferdefleisch in Lebensmitteln: Sixt bietet als Zusatzstoff eine Anzeige, Es gibt ein neues Internet Meme: Sixt ist dabei. Aber sollte gute Kommunikation nicht überraschend sein? Kein Wunder, dass Sixt in letzter Zeit kaum noch richtig mit seinen launigen aktuellen Kommentaren gescored hat. Was auch daran liegt, dass Nachahmer wie Blush, in der gleichen Zeit um Aufmerksamkeit buhlen.  Fast lustiger wäre es, Sixt würde mal keine Anzeige zu aktuellen Themen machen. Sondern Kommunikation zu zeitlosen Themen und Werten: Zum Beispiel Anstand.

Werbeunterbrechung

Es ist immer einfacher Dinge zu hassen, als zu lieben. Ein endgültiger Verriss macht immer mehr Spaß, als eine Lobhudelei. Vielleicht weil etwas gut zu finden im Grunde Werbung für eine Sache ist. Das hat vor kurzem erst der Schauspieler Jan-Josef Liefere erfahren müssen, als er öffentlich auf Twitter ein Kosmetik-Produkt empfahl. Sofort – wie heute üblich – brandete ein Shitstorm des Misstrauens über den Tatort-Kommissar Darsteller herein: Schleich-Werbung wurde ihm vorgeworfen und das er sich an einen Konzern verkauft habe. Herr Liefers bestritt dies. Er fand den Gesichtsreiniger wirklich gut.

Darf man das heute noch, etwas gut finden? Oder ist das kritische, abwartende die Haltung, die unser Leben zur Zeit bestimmt. Niemand ergreift Partei für etwas. Selbst die SPD hofft darauf, dass sich viele Millionen Wähler erst ganz kurz vor der Bundestagswahl entscheiden, wen sie wirklich wählen. Werbung ergreift immer Partei für etwas: ein Produkt, ein Unternehmen oder eine Haltung. Die Menschen, die Werbung machen, tun dies für Geld, nicht weil sie davon überzeugt sind. Wahrscheinlich ist dies die größte Kritik, die man Werbern machen kann. Denn sie entwertet die Haltung, die sie zu einem Produkt einnehmen. Sie sind Meinungs-Söldner. Heute bezahlt sie Adidas, morgen Nike. Sie sind genau so begeistert von beiden Unternehmen. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass Produkte sich heute immer weniger unterscheiden. Im Design, in der Qualität oder Technik. Wo ist der Unterschied zwischen einem Oberklasse Mercedes, BMW oder Audi. Im Grunde nur noch das Image. Dafür braucht es Menschen, die dieses Image erschaffen: Werber in Agenturen und Marketing-Chefs in Unternehmen. Man kann natürlich drüber streiten, ob sich die drei genannten Automarken noch groß unterscheiden, was ihr Image angeht. Aber das ist das Problem des Kapitalismus: je individueller er wird, desto gleicher macht er die Dinge.

Wer Werbung kritisiert, wie es Hans Magnus Enzensberger – “Terror der Reklame” und die Werbe-Texterin Heidi Schmitt getan haben (“Ich hasse die Werbung”), der kritisiert im Grunde den Kapitalismus. Denn ohne diesen, wäre Werbung im heutigen Ausmaß nicht nötig. Wenn es 100 verschiedene Cerealien-Sorten gibt – wer blickt da noch durch ohne Produkt-Informationen? Richtig ist, dass sich der Charakter und die Aufgaben von Kommunikation verändert haben. Die Werbung selbst ist in den letzten Jahren von reiner Kommunikation zu einem Geschäftsmodell geworden: Fragen sie mal Facebook. Oder Google. Oder oder. Firmen wie Pro7/Sat1 schaufeln Werbe-Plätze für Unternehmen frei und kaufen darüber Anteile genau an den Firmen. Sie werben also im Grunde für sich selbst. Und wer sich bild.de oder die BILD heute ansieht, der erkennt auf Homepage oder Titelblatt einen Werbeprospekt für die Bundesligarechte des Axel-Springer Verlags. Werbung als der Unternehmens internen Gewinnmaximierungsmaschinerie.

Zudem: Werbung zu kritisieren ist einfach. Werbung ist ein diffuses, fast ominöses Gebilde wie “die Ausländer” oder “die Politik”. Man verbindet keine Personen oder gar Menschen damit, sondern nur Vorurteile. Denn außer Jean-Remy von Matt oder Amir Kassaei gibt es niemanden, den man wirklich aus der Werbe-Branche namentlich kennt. Oder gar mag. Also bleibt nur: “die Werbung” ist total schlecht, lautmalerisch und terrorisiert mich unaufgefordert on- wie offline. Heute natürlich besonders online. Dabei ist “die Werbung” ein solch verallgemeinender Begriff. Was ist “die Werbung”? Es ist die obskure Facebook-Ad, die mir 593€ in der Stunde für binäre Optionen verspricht – natürlich bequem von zuhause. Es ist der ungefragt aufploppende Werbebanner auf einer Website. Es ist aber auch eine hervorragender TV-Spot oder ein Werbebrief mit wirklich für mich interessanten und relevanten Informationen. Es gibt genau soviel unterschiedliche Werbung, wie es auch Journalismus gibt. Spricht eigentlich einer von “dem Journalismus” und meint damit gleichsam Yellow Press, Boulevard sowie Reportagen in der Zeit, den Sportteil der Süddeutschen und das Feuilleton der FAZ. Das würde keiner machen. Es gibt genug Leute, die kritisieren die BILD, meinen aber damit nicht auch, dass 11Freunde den gleichen Journalismus vertritt. Und mal Hand aufs Herz: mindestens 80% aller Produkte die “der Journalismus” herausbringt sind ärgerlich, uninteressant, mittelmäßig oder alles zusammen. In der Werbung ist es nicht anders, aber alle nehmen die ärgerlichen Seiten der Branche und scheren damit alles über einen Kamm. Dabei ist eine “Sixpack in 4 Wochen” Anzeige nichts anderes als die Yellow Press der Werbung. Und der Hornbach Hammer eine Spiegel-Titelgeschichte,.Betrachten wir es doch mal ganz realistisch: es wird immer mehr Mittelmaß und Trash geben, als Qualität. Das ist im Grunde überall so. Warum also nicht auch in der Werbung?

Es wäre wahrscheinlich schwieriger, Werbung zu kritisieren, wenn man Menschen kritisieren würde. Namen. Gesichter. Und nicht nur eine Projektionsfläche in Form von Bannern, Plakaten oder Spots. Denn hinter allem stehen am Ende Menschen und nicht: “die Werbung”. Werbung ist kein reines Objekt, sondern Ergebnis des Schaffens von Menschen. Freundlichen, arroganten, schnöseligen oder einfach nur geerdeten Typen mit denen man ein Bier trinken würde (außer Amir Kassaei). Werber sind nicht anders, als alle anderen. Mit vielen journalistischen Produkten verbindet man die Personen dahinter: Heribert Prantl, Moritz von Urslar oder Gisela Friedrichsen sind im Grunde schon eigene Marken. Bei Werbung jedoch wird immer nur “die Werbung” an sich gesehen. Das macht es einfacher. Aber nicht besser.

Das Problem der Werbung ist ihr Erfolg. Sie ist überall. Aber wer überall ist, ist irgendwie auch nirgends. Ihre Botschaften werden heute leichter decodiert. So wie alles. Ob politische Botschaft oder mediale. Die Inszenierung funktioniert nicht mehr, weil die Menschen verstanden haben, dass es nur Inszenierung ist. Daran ist schon ein Guttenberg gescheitert, genau wie gerade auch ein Lanz. Trotzdem kann Werbung immer noch Zauber und Begehrlichkeit entfalten. Werbung ist genauso wie andere Medienbereiche auf der Suche nach einer neuen Rolle. Rezipienten sind abgeklärter geworden, stellen mehr Fragen und wollen vielleicht sogar involviert werden. Werbung ist vielschichtig statt eindimensional. Dazu gehört auch, dass sie mal einfältig ist. Aber auch intelligent. Ich kann mit Aussagen wie “Früher war alles besser, auch die Werbung” nichts anfangen. Die Werbung von heute hat ein höheres Niveau als in den 70ern oder 80ern. Wenn man sich auf Youtube einen Werbe-Block aus früheren Jahrzehnten anschaut, lacht man sich tot. So konnte man werben? Wie unser ganzes Leben, so ist auch Kommunikation komplizierter geworden. Jeder macht alles zur gleichen Zeit. Fernsehen interessiert niemanden mehr. Zeitung sterben. Werbung ist böse. Tja.

Aber hey, ich war’s nicht, der sie gerade im Werbeblock langweilte. Vielleicht bade ich einfach mal meine Hände. In Unschuld.

Von Rowdy-Radlern und Mörder-Autofahrern.

Gestern war ich wie so oft mit dem Fahrrad unterwegs. Ich fuhr die Torstraße in Berlin-Mitte entlang. Vier Fußgänger wollten gerade die Straße überqueren, sie sahen mich kommen und hätten in der Mitte warten können. Stattdessen gingen sie einfach weiter zu ihrem Auto. Ich musste überrascht abbremsen und meinte etwas erbost: „Wären sie bei einem Auto auch weitergegangen?“ Als sarkastische Antwort kam: „Natürlich.“ So etwas erlebt man als Radfahrer leider ständig.

Was die Szene mal wieder zeigte: Für viele Menschen sind Radfahrer keine vollwertigen Verkehrsteilnehmer: Autos nehmen einem die Vorfahrt, sie parken Radfahrspur zu, Fußgänger treten unachtsam auf den Radweg und zwingen einen zu Vollbremsungen. Das kommt jeden Tag vor. Und ich kann es beurteilen, bin ich doch als Radfahrer in Berlin seit vielen Jahren unterwegs. Ich verzichte bewusst auf ein Auto, nutze stattdessen Car-Sharing oder eben das Zweirad. Meine persönliche Meinung ist: Zumindest im urbanen Raum ist das eigene Auto ein Auslaufmodell und die Politik sollte langsam Alternativen zum motorisierten Individual-Verkehr finden. Zu meinem persönlichen Verzicht auf ein Auto, bin ich hier http://bit.ly/x38TMd schon ausführlicher eingegangen.

In den letzten Jahren ist die Stimmung jedoch zunehmend aggressiver geworden: es wird ziemlich polemisiert gegen Radfahrer. Begriffe wie Kampf- oder Rowdy-Radler sind unsachlich und wiegeln Autofahrer und Fußgänger gegen die Benutzer eines Zweirads auf. Als zum 1. April 2013 die Geldbußen für Vergehen im Straßenverkehr erhöht wurden, titelten viele Medien: „Höhere Strafen für Rowdy-Radler“ – das im gleichem Atemzuge der Bußgeldkatalog für Autofahrer verschärft wurde, konnte man erst im Artikel lesen. Es herrschte die Meinung vor: endlich kriegen die Radfahrer mal ihre gerechte Strafe.

Aber stimmen die Verhältnisse überhaupt? Wenn Radler Rowdies sind, müssten Autofahrer dann nicht Mörder heißen? Also Mörder-Autofahrer? Nehmen wir nur das Beispiel Berlin: 2012 wurden 15 Radler im Straßenverkehr getötet – machne davon auch durch eigene Mitschuld. Weil sie kein Licht hatten, auf der falschen Seite fuhren oder das Rotlicht missachteten. Also das, was sich der normale Mensch unter Kampfradlern vorstellt. Trotzdem: Das Auto ist das eigentliche Problem und nicht de Radfahrer. Oder kann mir jemand sagen, wie viele Menschen in Deutschland sterben, wegen einem Radfahrer? Und kann man das – teilweise erzwungene – fahren auf einem Fußweg vergleichen mit einer Alkoholfahrt im Auto. Auch wenn man jedes Vergehen im Einzelfall betrachten muss, so bin ich der Meinung, dass selbst sogenannte Rowdy-Radler für weniger Gefährdung im Straßenverkehr sorgen, als der durchschnittliche Führer eines PKW oder LKW, die eine latente Bedrohung für jeden anderen Verkehrsteilnehmer darstellen.

Wer täglich als Nicht-Autofahrer in einer Stadt wie Berlin mobil ist, trifft auf eine Infrastruktur, die im Grunde nur für Autofahrer gemacht ist. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sind im Grunde nur dazu da, die Autos nicht zu stören. Es gibt Fußgänger-Ampeln, die sind vielleicht wenige Sekunden grün und jedes mal denke ich, wie weit ein Rentner da eigentlich kommt – jedenfalls nicht über die Straße. Zudem befinden sich auch viele Radwege in einem schlechten Zustand: teilweise handelt es sich eher um Buckelpisten für Mountain-Biker. Darüber hinaus funktioniert der Winterdienst nur auf den Straßen für Autofahrer, ein Radweg im Winter ist meist lebensgefährlich. So wird man fast gezwungen, die Straße mit Autofahrern zu teilen. Auch wenn man das gar nicht will.

Als Radler muss man wirklich kämpfen, aber vielleicht anders, als sich das die Nutzer des Schimpfworts Kampfradler vorstellen: Autofahrer sehen einen nicht, schneiden einem den Weg ab, fahren weiter in einer Kreuzung obwohl sie den Radler gesehen haben. Man ist als Radfahrer eben nur ein Verkehrsteilnehmer 2. Klasse. Man wird nicht für voll genommen. Wie oft muss ich stark abbremsen, weil ein Autofahrer meint, er hätte die natürliche Vorfahrt vor einem Radfahrer? Die Vorfahrtsregel gilt oft nur unter Autofahrern, ein Radler steht da irgendwie außerhalb des Gesetzes. In letzter Zeit kommt erschwerend hinzu, dass durch die Polemik gegen Rowdys auf dem Rad, eine aggressive Stimmung gegen Radler herrscht. Erst letztens bin ich als „Wichser“ beschimpft worden, weil ich neben einem Freund auf einer leeren Straße fuhr. An der nächsten Ampel stieg der Autofahrer sogar aus und drohte mir Prügel an.

Ich denke, wir befinden uns auf dem falschen Weg, wenn wir das gescheiterte Konzept des individuellen Autoverkehrs jetzt nutzen, um den Fokus auf Radfahrer zu richten, die sich nicht an Verkehrsregeln halten. Einige machen dies wirklich nicht. Andererseits, wer von Rowdy-Radlern spricht, muss genauso gut auch von Mörder-Autofahrern sprechen. Und dies wahrscheinlich sogar mit viel mehr Berechtigung. Was wir brauchen sind weniger gegenseitige Beschuldigungen, sondern ein besseres Verkehrskonzept: Mehr Radfahrspuren, mehr Radfahrstraßen, mehr Einbahnstraßen, in die Radler durchfahren dürfen. Also eine Beschleunigung des Verkehrs für Menschen, die auf das Auto verzichten. Dann wird es auch weniger so genannte Kampfradler geben.

 

Anerkennungsmarke

Der Verteidigungsminister Thomas de Maiziére brachte die Bundeswehr unlängst in helle Aufregung mit seiner Aussage, dass die Truppe nach “Wertschätzung giere”. Da ich selbst fast neun Jahre als Soldat gedient habe kann ich sagen: er hat recht. In all den Jahren, die ich in der Bundeswehr war und auch danach hatte die Armee von zwei Dingen nie genug: Geld für neue teure Ausrüstung und natürlich ganz allgemein Anerkennung.

Woher kommt eigentlich der Wunsch gerade von Soldaten, dass man das, was sie tun in der Bevölkerung erkennt und anerkennt? Natürlich liegt es daran, dass sie Staatsdiener sind – in Uniform noch dazu. Und dann an dem, was den Soldatenberuf erst dazu macht: die Möglichkeit während eines Kampfeinsatzes sterben zu können. Nun kann man einwenden, dass jeder Soldat beim Eintritt in die Bundeswehr doch genau diese zwei Aspekte seines Berufes kennen musste: Zum einen die Funktion als Staatsdiener und zum anderen der Fakt, dass die Bevölkerung von Dingen wie Tod oder Verletzung am liebsten nichts wissen will. Das dürfte ganz verständlich sein, denn wer will sich mit Krieg in einem eher pazifistischen und saturierten Land wie unserem beschäftigen? Die Freiheit wird am Hindukusch verteidigt, die Gleichgültigkeit am Hunsrück. So oder ähnlich.

Als ehemaliger Offizier, der selbst neun Jahre gedient hat (und der als Sohn eines Offiziers aufgewachsen ist) kann man konstatieren: Das Bild der Bundeswehr war im Grunde nie besser als heute. In den Zeiten des kalten Krieges war die Armee – auch weil der 2. Weltkrieg noch so nah wirkte – etwas, dass für das schlechte Deutschland stand, das mit seinen Panzern halb Europa eroberte. Diese Bundeswehr habe ich noch kennen gelernt. Sie hat nichts mehr mit der Einsatz -Armee von heute zu tun. So wie sich Deutschland gewandelt hat, so hat sich auch meiner Meinung das Bild verwandelt, was die Menschen von der Bundeswehr haben: Viele sehen, dass dort nicht nur Wehrpflichtige sinnlos ihre Zeit verdaddeln, sondern das Berufs- und Zeitsoldaten auf der ganzen Welt unter Lebensgefahr im Einsatz sind. Wenn dann der Ruf nach besserer Ausrüstung laut wird, hat man dafür Verständnis. Schließlich kann man Soldaten nicht nach Afghanistan schicken und sie dann einem höheren Risiko aussetzen, als sowieso schon.

Soldaten sollten einfach mal erkennen, dass die Gesellschaft ihnen heute oft viel positiver gegenübersteht, als noch vor 10 oder 20 Jahren. Das nach mehr als einer Dekade Afghanistan und den überschaubaren Ergebnissen auch Fragen nach dem Sinn solcher Einsätze laut werden, dürfte verständlich sein. Schließlich stellen sich die Soldaten als erste die Frage nach dem Sinn. Warum also nicht die Gesellschaft? Zudem: Anerkennung findet ein Soldat auch dadurch, dass er einen sicheren Beruf hat, der vergleichsweise gut bezahlt wird, wenn man das Lohndumping in vielen Branchen sieht. Ein Soldat bekommt darüber hinaus auch erhebliche Unterstützung bei der Wiedereingliederung in das zivile Berufsleben.

Was erwarten Soldaten also? Das die Bevölkerung Blumen auf die Straße wirft, wenn ihre Panzer durch das Dorf fahren? Das die Presse unkritische Lobhudeleien verfasst? Das das Parlament jede Forderung nach neuen Schiffen, Panzern oder Flugzeugen einfach so durchwinkt? Woran macht die Bundeswehr fehlende Anerkennung fest? So weit man es sehen kann, stehen alle politischen Parteien – außer die Linke – hinter den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Es gibt einen überparteilichen Konsens, dass die meisten Mandate jeweils verlängert werden. Die Bundeswehr bekommt neue Schützenpanzer, einen Euro-Fighter, das neue Transportflugzeug A400 oder den Kampfhubschrauber Tiger. Alles Milliarden-Projekte. Stirbt leider ein Soldat im Kampfeinsatz, wird dieser entsprechend geehrt. Man hat nicht den Eindruck, dass die Bundeswehr keine Anerkennung bekommt. Im Gegenteil.

Andere Berufsgruppen würden sich freuen, wenn sie mehrfach finanziell abgesichert wären. Sie würden es wahrscheinlich nicht glauben, wenn ein eigener Minister ihr Tun über den grünen Klee lobt. Oder eine Bundeskanzlerin um die halbe Welt fliegt, um einfach mal vorbeizuschauen. Die Wahrheit ist doch auch die, dass die allermeisten Menschen für ihr Tun viel weniger Anerkennung erfahren, als Bundeswehr-Soldaten. Sie kriegen mickrige 5,67 Euro die Stunde, müssen unbezahlt am Wochenende arbeiten und keiner interessiert sich für sie. Man sollte mal Friseure danach fragen, wie hoch ihr Stellenwert in der Gesellschaft ist. Oder Erzieher. Oder Altenpfleger.

Vielleicht sollten Soldaten sich einfach mal mit anderen Berufsgruppen vergleichen (auch wenn die Möglichkeit des Todes unvergleichlich ist). Dann würden sie sehen, wie viel Anerkennung sie erhalten. Als ich den Lehrgang “Überleben und Durchschlagen” absolvierte, hing in Hörsaal ein Plant mit der Aufschrift: “Klagt nicht, kämpft.” Ein wenig davon ist wahr.

 

Die digitale Bohäme.

Ich träume von einem Internet, das von mir träumt. Vielleicht lässt sich all mein Tun und Handeln in diesem Netz in diesem einem Satz zusammenfassen. Mein Antrieb ist Eitelkeit in der Egomarketing-Maschine der sozialen Netzwerke. Ich wäre gerne wichtig, und würde mich unheimlich freuen, wenn wirklich jeder noch so unwichtige Furz von mir sogar noch in einem Internet-Café in Papua-Neuguinea goutiert würde. Natürlich positiv goutiert. Ich stehe wie alle Menschen im beständigen Spannungsfeld zwischen Sein und Schein. Wobei das Sein eher Erbsengröße hat (ohne Prinzessin auf selbiger) und der Schein das World Wide Web ist.

Es gibt ziemlich viele Menschen da draußen – sie nennen sich Social Media Berater – die einem erzählen, wie man u.a. mehr Bedeutung da draußen im Netz bekommt. Mehr Kontakte, mehr Likes und mehr Retweets. Es geht immer um Gewicht in einem Internet, das nichts wiegt – nun gut: es wiegt einen in der Sicherheit einen Platz gefunden zu haben. Gerade bei denen, die sonst keine haben: In der Gesellschaft, im Leben, in sich selbst. Und wenn Sie dann einen Ort gefunden haben, dann ist es meistens auf den Stehplätzen und nicht in den VIP-Logen, wo der Champagner von hübschen Hostessen ausgeschenkt wird. In der VIP-Loge sitzt eben die digitale Bohéme, auf den Stehplätzen deren lautmalerisches Pendant: die digitale Bohäme.

Heute hat sich ein Vertreter der Bohéme von Twitter verabschiedet: @schmidtlepp oder besser gesagt, weil er ja nicht mehr da ist: Christopher Lauer. Er selbst ist vielleicht sogar Häme und Bohéme in einem: scharfzüngig, spitzfindig und vor allem: wichtig. Er hat mehr als 20.000 Follower auf Twitter, gehört also alleine deswegen zu den oberen 10.000. Viele lieben ihn, viele hassen ihn. Er bietet mit seinem Verhalten und seinem Werdegang für viele Menschen eine Projektionsfläche für vielerlei, oft Kritik oder mehr noch: Beleidigungen. Ein Hybrid aus Neid und vielleicht auch heimlicher Bewunderung. Bohéme ist auch immer Avantgarde, in dem Sinne ist der Abschied eine logische Konsequenz. Und das nicht nur, wegen der vielen Menschen, die ihn alle ablehnen.

Da ich zur digitalen Bohäme gehöre, liegt mir diese Konsequenz natürlich nicht inne. Was mache ich ohne meine Twitter-Basis? Ich würde wieder auf dem Kehrichthaufen der Geschichte landen und dort vor mich hingammeln, bis Gevatter Tod mich holt. Dabei bin ich doch in meiner Eigenwahrnehmung so ein unglaublich intelligenter Mensch, der zu allem eine Meinung hat: Ob Gorleben oder „We love Sölden“, Champions League oder Schavan, ob GEMA oder Pferdefleisch-Skandal. Ich sitze immer am Kopfende des digitalen Stammtisches. Gefühlt zumindest. Da ich zu allem etwas zu sagen habe – meistens etwas Schlechtes – habe ich vielleicht sogar zu nichts etwas zu sagen. Der Wind pfeift hier auf den Stehplätzen des Internets gewaltig. Und es pfeifen nicht die Scorpions.

Würde ich das Internet optimieren oder macht mich das Internet schlechter. Beides nicht. Ich bin nur ein Zahnrädchen im großen Getriebe, das kläfft um Gehör zu bekommen. Ich weiß immer alles – und zwar besser. Dies ist auf gewisse Weise das Mantra der digitalen Bohäme. Wir sitzen in der Deckung und lauern auf die Fehler der anderen und die machen es immer falsch: Wenn Christopher Lauer Twitter verlässt: schlecht. Bleibt er: noch schlechter. Man kann die Namen austauschen: Amazon, Wiesenhof, Steinbrück, Guttenberg, Piraten – sie alle sind Flachpfeifen. Ohne wenn und aber. Nur ich. Ich nicht. Ich schreibe meine Doktorarbeiten noch selbst, ich bezahle meinen Leiharbeitern mehr als 10 Euro die Stunde und ich würde niemals 25.000 Mücken für eine Rede nehmen, wenn man sie mir zahlt. Einfach weil ich so ein verfickt geiler Typ bin, der immer alles richtig macht. Eben: Dr. Superschlau.

Langsam wird es mir als Social Media Berater-Berater kalt hier auf  den Stehplätzen des Internets. Aus den VIP-Logen dringt das Lachen von Sascha Lobo (Idiot natürlich der keine Ahnung hat), Richard Gutjahr unterhält sich angeregt mit Sue Reindke über die Zukunft des Internets, die ich doch schon längst kenne. Aber keiner fragt mich danach: das beschissene Schicksal der digitalen Bohäme.

 

PS: Übrigens mag ich den Humor von Christopher Lauer sehr –  gerade den werde ich auf Twitter vermissen.