Referendumm und dümmer.

Zum Glück haben wir Deutschen beim Thema Integration alles richtig gemacht, nur die Deutsch-Türken sind mal wieder zu dumm und wählen eine Diktatur. Das hätten wir Deutschen nie gemacht, fragt mal unsere Groß- und Ur-Großeltern. Schließlich waren/sind wir eine Kulturnation, während bei den Türken höchstens der Döner-Spieß Pirouetten dreht. Erst letztens wollten wir extra für unsere muslimischen Mitbürger eine Schweinefleischpflicht an deutschen Schulen einführen. Uns kann wirklich niemand einen Vorwurf machen, wir haben wirklich alles getan.

Sie bekamen die besten Jobs bei der Müllabfuhr, den Putzkolonnen oder an den Fließbänden der Nation. Dankbarkeit? Null. Unsere Hintertüren und -herzen standen Ihnen als Paketboten (Hèrmes) fast ständig offen. Und wenn wir mal Türkenwitze erzählten, dann nur wirklich lustige (Was ist blau und schwimmt im Fluss? Türke im Müllsack!) Die paar Brände ihrer Häuser in den 90ern würde die Polizei Sachsen heute als dumme Jungen-Streiche bezeichnen. Wer kann sagen, ob Nazis Brandstifter waren? Das sind alles nur Vermutungen. Ach ja: Ostern feiern die ja nicht mit Feuer.  Die Muselmanen.

An der Uni lernten wir sehr viele türkische Mitbürger kennen: sie kehrten das Laub am Campus zusammen oder reinigten die Klos. Es soll niemand behaupten, wir hätten ihnen keinen roten Teppich mit Halbmond dorthin ausgerollt. Den Bachelor kannten sie nur aus dem Trash-TV (wenn sie die komische Sprache verstanden, die dort gesprochen wurde).  Im Polizeiwagen durften sie immer hinten mitfahren, wie die Chabos in den Stretch-Limousinen. Es gab aber keine Drogen, sondern Verurteilungen. Naja, und dann Drogen: im Knast.

Unheimlich viele unsere Freunde sind Türken. Also nicht in echt, aber im Fernsehen. Zum Beispiel dieser Elyas M’Barek. Der ist zwar Tunesier, aber sehen die nicht sowieso alle gleich aus und können kein Deutsch? Mordkommission Istanbul schaue ich auch total gerne, da spielt ein Spanier einen Türken (aber hey: sehen die nicht alle…). Und die Aylin Tezel ist superheiß. Warum macht die im Dortmunder Tatort nicht mal nen sexy Bauchtanz? Machen die doch alle ständig und jonglieren dabei Döner.

Während bei uns fast nur Frauen in den Dax-Vorständen sitzen, haben türkische Mädels absolut nichts zu melden. Vollkommen hinterwäldnerisch! Deutsche Männer sind Feministen durch und durch und können es nicht ertragen, wenn muslimische Frauen Burkini tragen müssen beim Schwimmen. Da sieht man deren Titten auch nicht so gut. Unmöglich. Ehrlich gesagt: die wollen sich auch nicht integrieren.

Jetzt haben 63% der Deutsch-Türken für ein Präsidial-System gestimmt. Undankbares Pack. Sie durften hier seit mehr als 50 Jahren von einem demokratischen System profitieren, das ihnen Aufstieg und Teilhabe ermöglichte und jetzt das. Wenigstens ein gutes hatte das Referendum: die Almans haben endlich mal 2 Wörter türkisch gelernt:

Hayir -> braver Türke

Evet -> dummer Türke

Der Weg zu mehr Verständnis zwischen Deutschen und Deutsch-Türken ist also bereitet.

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23 thoughts on “Referendumm und dümmer.”

  1. ooh Gott, was ein blasierter bullshit.
    Lass mal die Drogen weg, ich geh wieder den shitlord auf lollipops4equality lesen.
    Der ist zwar auch ein borniertes Arschloch, aber wenigstens manchmal ein bisschen lustig, du kleiner, unerheblicher wannabe Pisser.
    bb

  2. Vollkommen klar, sind natürlich die deutschen Gas[t]geber Schuld, die so schrecklich seit Jahrzehnten dieses freiheitsliebende Volk unterjochen.

    Die nationalen Perspektive verhindert einen klaren Blick – die Idee der Nation ist die Mutter aller Kriege.

  3. @Karina, ganz sicher bist du bei lollipops4equality viel besser aufgehoben. Da braucht es nur eine gefestigte Weltsicht, eine hohe Emotionalität (mimimi) mit ganz einfachen Feindbildern (wie gehabt: Frauen, Antifaschisten, Ausländer etc.) und schon fühlt man sich pudelwohl.

    Also, Hirn schön ausgeknipst lassen und ab mit dir!

  4. @Karina @Pars Lament
    Man kann das auch als bissige Polemik lesen, zur Schuldzuweisung taugt das hier eher wenig. Ein bißchen mehr Wohlwollen bitte, Sie wissen doch selber genau, dass es keine einseitigen Schuldzuweisungen und immer Hintergründe und Ursachen gibt.

  5. Der Artikel ist sicher berechtigt. Ich hätte ihn so ähnlich auch schreiben können. Aber ich habs mir überlegt.

    Ich finde inzwischen, dass die auf der Hand liegenden gesellschaftlichen Herausforderungen endlich angenommen werden müssen.

    Was in der Türkei abläuft die Sache der Türken. Aber, dass die hier lebenden und in der Türkei Wahlberechtigten so eindeutig mit “Ja” gestimmt haben, ist doch in Wahrheit mit unserem Unverständnis für türkische Befindlichkeiten schwer bis gar nicht zu erklären.

    Ich betrachte dieses Verhalten der hier lebenden Türken mit Wahlberechtigung als klaren Affront gegen uns alle. Dass sie ihren Landsleuten in der Türkei damit einen Bärendienst erwiesen haben, hat sie offenbar weit weniger bewegt, als der Wunsch, uns zu zeigen, was eine Harke ist. Bitteschön! das hat ja prima geklappt.

    Deutschland schüttelt mit dem Kopf. Aber das tut mit wenigen Ausnahmen auch der Rest der demokratischen Welt.

    Meine Haltung zu dem Verhalten der hier lebenden türkischen Wahlberechtigten ist glasklar: Die Menschen, die für “Ja” gestimmt haben, sollten dazu aufgefordert werden, unser Land zu verlassen. Mit mangelndem Verständnis hat das weniger zu tun als damit, dass ich inzwischen Angst vor dem politischen Islam entwickelt habe. Und dass die Islamisierung der Türkei nun einen riesigen Schritt nach “vorn” gemacht hat, steht wohl außer Frage. Dafür haben wir in Deutschland keinen Platz. Nicht für eine Religion, die sich so gebärdet, wie dies der politische Islam laufend macht!

    1. “Ausländer, die nicht meine Meinung haben, sollen das Land verlassen”

      Ist das die Demokratie, die wir hier verteidigen?

      Jeder der Geld hat (die mit wenig Geld werden von der Politik nachweislich wenig (D) oder gar nicht (USA) beachtet) und die richtige Meinung darf hier bei der Demokratie mitmachen. Die anderen sollen nach Hause gehen?

      1. Naheliegend, dass das, was ich geschrieben habe, so ausgelegt wird. Das kennen wir schon. Jeder Versuch, das unsägliche Wahlverhalten der Deutschtürken und ihre Beweggründe zu hinterfragen, wird von der Gegenseite als antidemokratische Haltung ausgelegt.

        Bei der Entscheidung in der Türkei ging um den Entwurf eines politischen Systems, das mit dem, das wir in Deutschland wollen aber leider auch nicht immer erfolgreich leben, total inkompatibel ist. Das System ist zutiefst undemokratisch. Das könnte auch jeder, der es will, auf den ersten Blick sehen. https://goo.gl/X8SJmj

        Sie mögen das nicht hören. Aber es gibt Grenzen für die Verteidigung alles. Ich gehöre ab jetzt nicht mehr zu denen, die aus falsch verstandener Rücksichtnahme ihren Mund halten werde. Das habe ich schon viel zu lange gemacht.

        Leute, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben aber Erdogans Verfassungsänderung durch ihr JA unterstützt haben, sollen bitte unser Land verlassen. Ich wünsche mir, dass das in den nächsten Wochen und Monaten als eindeutige Reaktion der deutschen Bevölkerung auf die hier erzielten Wahlresultate für Erdogan noch klar wird.

        1. Wie soll denn die eindeutige Reaktion der deutschen Bevoelkerung aussehen? Und wem taete so eine eindeutge Reaktion dann Unrecht?

          In meinem Bekanntenkreis gibt es eine sehr liberale tuerkische Familie, die nicht waehlen ging, weil sie Angst vor Repressionen hat.

          Hinzu kommt noch, dass die tuerkischstaemmigen Deutschen, die Deutschland als ihre Heimat betrachten, keine Motivation hatten, fuer eine Sache, welche die Tuerkei betriff,t zur Wahlurne zu gehen.

          Ich weiss es nicht, aber ich vermute, wenn man alle Tuerkischstaemmige und nicht nur den Waehleranteil betrachtet, dann erreicht Erdogan in Deutschland keine Mehrheit.

          1. Die eindeutige Reaktion bestellt schon einmal darin, dass man klar zu dieser ungeheuerlichen Entscheidung (die möglicherweise durch Unregelmäßigkeiten zustande kam) ein klares Wort entgegenzusetzen. Mein Plädoyer besteht in der Aufforderung an die Deutschtürken, die mit “JA” gestimmt haben, Deutschland in Richtung Türkei zu verlassen.

            Demokratische Entscheidungen sollen gelten. Die Konsequenz dieser Entscheidung ist, dass ich persönlich meinen Standpunkt dazu klargemacht habe. Ich habe es satt, mir immer anhören zu müssen, was Deutschland alles falsch gemacht haben soll.

    2. Und wenn sie nicht gehen, werden sie vergast 😉
      Wie schön sich die Geschichte wiederholt, erst gegen Juden hetzten und heutzutage gegn den mit ja gestimmten Türken.
      Ne ne, wir sind nicht faschistisch. Die Zeit ist es.

    3. Sehr geehrter Herr Schulte,

      warum werden die “Deutsch-Türken”, ich mag diese Bezeichnung nicht, dafür verurteilt das sie als Türken in einem fremden Land für ihr Land wählen dürfen?
      Deutschland hat die Briefwahl. Im Ausland lebende Deutsche können im dt. Konsulat ihre Stimme abgeben. Warum ist das jetzt ein Kritikpunkt bei den Türken? Eine Wahl ist u.a. geheim (so habe ich es in der Schule gelernt), wie wollen sie jetzt alle Leute rausfinden die mit Ja gestimmt haben und mit welcher Demokratischen Begründung bitte, würden sie diese Leute ausweisen wollen? Es kann sein das man mit dem Politiker da drüben nicht einverstanden ist, ja mei, c’est la vie. Anstatt die ganze Zeit mit dem Finger auf andere zu zeigen, sollte man mit den anderen Zusammen zeigen, das es auch anders geht. Gegeneinander schafft man nicht viel. Miteinander, schafft man sachen, die man vorher für unmöglich gehalten hat!

      1. Hallo!? Es geht nicht um das Wählen oder um Meinungsfreiheit. Es geht darum, dass die JA-Sager etwas wollen, was fundamental dem entgegensteht, was hier in Deutschland gilt. Dass auch hier oft nicht alles so läuft, wie es sein sollte.. geschenkt. Aber die Entwicklung in der Türkei mit diesem Votum zu unterstützen und sich dann darüber zu beschweren, dass es hier Leute gibt, die das nicht akzeptieren wollen, ist ein Ding. An dieser Stelle wird es nie ein Miteinander geben können. Erdogan setzt nun die Todesstrafe auf die Agenda. Von mir aus! Macht das. Aber bitte demonstrieren Sie nicht in Deutschland für die Todesstrafe. Das ist ein absolutes NoGo. Hoffentlich wird unsere Regierung das nicht aus Gründen wieder unbeantwortet lassen.

        1. Herr Schulte,

          haben Sie vllt da dran gedacht, dass das System in der Türkei anders läuft? Andere Menschen, andere Kultur, anderes Parlamentssystem? Gibt es in ihrem Land Terroranschläge? Wenn Sie, ein Bekannter oder Verwandter die Bundeswehr im Inland freiwillig absolviert, haben Sie angst um die Person, das er bei einem Anschlag ums Leben kommen könnte??? Gibt es in irgendeinem Nachbarland von Deutschland Krieg? Wurden Sie als Kleinkind als Kanacke beschimpft? Wurden Sie angespuckt, weil Sie Türke sind?
          Wurde Ihnen der Übertritt aufs Gymnasium verwehrt, weil Sie Türke sind?
          Wurde Ihnen bei einem Vorstellungsgespräch in Gesicht gesagt “wir stellen keine Türkinnen ein, das es sprachliche und kulturelle Probleme geben könnte”?
          Sie wollen nicht das die Türken in Deutschland für die Todesstrafe demonstrieren, kann ich sehr gut verstehen! Warum aber darf eine Terrororganisation, die auch in Deutschland verboten ist, offiziell eine Demo veranstalten? Das versteh ich gar nicht.
          Ich könnte hier noch viel mehr aufzählen, aber das wird sie sicher nicht interessieren, da all das und noch mehr Sie gar nicht betrifft.

          1. Darüber nachgedacht habe ich schon deshalb, weil diese Argumente zum Beispiel auch ständig von Herrn Mustafa Yeneroglu vorgebracht werden. Natürlich ist dieser Hinweis legitim.

            Der Ausnahmezustand ist gerade nach dem Referendum verlängert worden. Das sind Vorgänge, die alle demokratischen Prinzipien (unsere jedenfalls) ad absurdum führen. Ich bin sicher, dass Sie in einigen Jahren über die Verhältnisse in der Türkei ebenfalls anders urteilen werden und zwar sehr viel weniger verständnisvoll.

            Die Erfahrungen von denen Sie berichten, teile ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass viele Deutsch-Türken das erlebt haben. Sind Diskriminierungserfahrungen wirklich ein Grund für Sie und für andere beim Referendum für JA zu stimmen? Den Deutschen ist doch schlankweg egal, was in der Zukunft in der Türkei passieren wird. Die Menschen dort müssen mit einem Regime leben, das mit Demokratie nichts mehr zu tun hat. Und die 400′ k Deutsch-Türken haben mit ihren Stimmen dafür gesorgt, dass dort Verhältnisse einkehren werden, die schon lange keiner mehr erleben musste.

            Sie irren sich, wenn Sie glauben, dass mich all diese Fragen nicht beschäftigen. Und zwar nicht deshalb, weil ich glaube, es besser zu wissen. Ich kenne genügend Deutsche, denen die Demokratie hier nichts bedeutet. Sie meckern und reden alles nur schlecht. Ich bin inzwischen 63 und habe nicht anderes kennengelernt als dieses Deutschland. Freiheit, Frieden und wirtschaftlicher Wohlstand ist vielleicht nicht alles. Aber ich wäre bereit, dafür zu kämpfen.

  6. Die Kommentare unter dem Text wollen widersprechen und offenbaren doch genau das Problem. “Wir” deutschen wissen einfach alles am besten und wenden unsere Lösungsstrategien eins zu eins auf andere, vollkommen unterschiedliche Länder an.

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