10 Bambis, die 2014 wirklich verliehen werden müssten.

Es ist die glamouröseste Preis-Gala Deutschlands, auch wenn sie gegen eine Oscar-Verleihung, wie eine eher mediokre Autohauseröffnung wirkt. Sogar die Musik ist nicht viel besser, als wenn Gunter Grabiel beim neuen Hyundai-Vertragshändler in Uelzen zur Klampfe greift und zum 1 Millionsten mal will, dass da jemand unter seine (jetzt eher: Heiz)Decke kommen soll (HORROR!).

Wie immer mäandert die Verleihung zwischen Peinlichkeit und Verlogenheit. Aber sind die letzten Wochen eines Jahres sowieso nur davon geprägt? In dem Sinne ist die Bambi-Verleihung der perfekte Auftakt für die letzten Wochen des Jahres. Dabei könnte man doch viel bessere und ehrlichere Bambis verleihen.

Hier nun unsere vollkommen unverlogenen Vorschläge:

1. Gold-Bambi -> Bernd Lucke

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Die goldene Gold-Bambi in Gold kann dieses Jahr nur der neue Politikgoldjunge Bernd Lucke bekommen. „Ich freue mich sehr über den Gold-Bambi, gerade weil sich diese Farbe hervorragend mit braun kombinieren lässt“, sagt er im besten Teleshopping-Jargon in seiner Dankes-Rede. Kein Wunder, verkauft die AfD ja nicht nur angebräuntes Gedankengut aus der Vergangenheit, sondern sogar Gold. „Natürlich nicht in Form von Euro-Münzen“ stellt Lucke klar. Besonders freut er sich, dass er die Gold-Bambi von seinem Freund und weg Begleiter Michel Friedman überreicht bekommt. „Der Jude kennt sich mit Gold und Geld ja sehr gut aus (das war jetzt aber nicht anti-semitisch gemeint)“, unterstreicht der AfD-Chef.

 2. Botox-Bambi -> Patricia Riekel

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Die Bambi-Verleihung ist auch eine Leistungsschau der nationalen Schönheitschirurgie und verwandter Anti-Ageing-Sparten. Der Botox-Bambi ging bis jetzt jedes Jahr – verdientermaßen – an Donatella Versace (der Frankenstein-Bambi übrigens auch). Doch dieses Jahr hat der Burda-Verlag und die Bunte dem endlich einen Riekel vorgeschoben. 2014 bekommt die Bunte-Chefredakteurin den Botox-Bambi. Leider kann sie noch nicht einmal lächeln, so gelähmt sind die Gesichtsmuskeln. Und reden: „Höhöfdöhd shaai fdodpe fhfkfz dkdheu!“, fällt ihr auch hörbar schwer Aber was tut man nicht alles, um jung und schön zu bleiben? Und so bleibt uns wenigstens eine sinnentleerte Dankesrede erspart.

 3. Spar-Bambi -> Julia Jäkel

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Julia Jäkel, die eiserne Lady des Journalismus, freut sich in ihrem einfachen H&M Abendkleid (29,90€ im Pre-Sale) über den Spar-Bambi. „Eigentlich wollten wir von Gruner + Jahr auch die Bambi-Verleihung absagen, bis wir merkten – die gehört ja zum Burda-Verlag (*kicher*)“, meint die Verlags-Imperatorin in ihrer leutseligen Art. In ihren Zalando-Pumps (49,90€, reduziert aus der Vor-Saison) bleibt sie auch bei der Award-Party Parkettsicher, verwundert ist sie nur, wie viele Journalisten es noch bei Burda gibt. „Wir bei G+J brauchen die als Verlag gar nicht mehr, sondern setzen auf die Flexibilität und Kreativität mäßig bezahlter Freiberufler – das spart sogar Weihnachtsfeiern, denn wer will schon nur mit Controllern Wichteln?“ Und was soll man da beim Wichteln geschenkt bekommen? Eingebungen?

4. Teflon-Bambi -> Klaus Wowereit

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Eine Bambi ausnahmsweise in Teflon nimmt dieses Jahr – wer kann es anders sein? – Klaus Wowereit nach Hause. Es gab schon Minister, die mussten wegen Einkaufchips für wenige Cent von ihrem Amt zurücktreten. Der regierende Bürgermeister von Berlin regiert aber noch immer, trotz eines Milliarden-Desasters am Flughafen und einem fast ebenso großen Imageschaden für die Stadt und das Land. Natürlich muss man Verständnis haben, dass er nichts von den Schwierigkeiten beim Bau des Großflughafens mitbekommen hat. Wie denn auch, er war ja nur Chef des Aufsichtsrates. Und wie jeder weiß, machen die eigentlich nichts, außer sich bezahlen zu lassen. Aus seiner Dankesrede: „Die Outdoor-Firma Jack Wolfskin möchte meine Haut klonen lassen, um damit ihre Jacken zu beschichten, davon perlt wirklich alles ab“, teilte der Noch-Regierende Bürgermeister in bester Party-Laune mit.

5. Friedensnobelpreis-Bambi -> Wladimir Putin

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Für den echten Friedensnobel-Preis hat es leider nicht geklappt, dafür müsste man wahrscheinlich so viele Kriege führen wie Obama oder zumindest ständig Killer-Drohnen einsetzen. Doch wenigstens der Friedensnobelpreis-Bambi ist ein kleiner Trost. Der gut Deutsch sprechende Putin betonte in seiner Rede bei der Preisübergabe: „Wir haben in nächster Zeit nicht vor Deutschland zu besetzen, wer soll denn sonst die Bambi-Verleihung durchführen?“ Es bleibt also noch Hoffnung. Übrigens rangelte sich Putin bei der Aftershow-Party am kalten Buffet um die besten Kanapees mit Kai Diekmann – ein Zeichen dafür, dass der kalte Krieg wiederkommt?

 6. Ranglisten-Bambi -> ADAC

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Um die Abstimmungen beim Publikums-Preis des Bambi-Awards kümmert sich in bewährter Manier der ADAC. Dort kann man per Anruf und online darüber abstimmen, wer so wichtige Bambis wie „Die beste TV-Serie“ bekommt. Gewonnen hat „Die Küstenwache“ weil die wenigstens zur Preisverleihung kommen wollten. Breaking Bad und Mad Men hatten leider keine Zeit. Tja. Pech gehabt, dann müsst ihr eben mit so einem Tralala-Preis wie dem Emmy vorlieb nehmen. Ätsch, selbst schuld. Küstenwachen-Megastar Rüdiger Joswig: „Gerade im Mittelmeer sieht man, wie wichtig es ist seine Seegrenze konsequent dicht zu machen.“ Übrigens: laut ADAC-Rangliste ist der Bambi der wichtigste Medienpreis der Welt (aber nur, weil das süße Bambi auch bei der Bambi-Verleihung vorbeischaute).

 7. Wut-Bambi -> HoGeSa

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SORRY, ABER DIESER TEXT IST SO FUCKING WÜTEND, DASS ER EINFACH IN VERSALIEN GESCHRIEBEN WERDEN MUSS. UND ER IST AUCH NOCH SO VERDAMMT SCHREIEND KOMISCH. DER BUNDESVERBAND DEUTSCHER WUTBÜRGER FREUT SICH DEN DIESJÄHRIGEN WUT-BAMBI AN DIE „HOOLIGANS GEGEN SALAFISTEN“ ZU ÜBERREICHEN. ENDLICH REGT SICH MAL EINER IN DIESEM LAND AUF, MACHT JA SONST KEINER. AUS DER DANKESREDE VON SS-SIGGI: „ICH WAR AUF DER BERLINER SEX-MESSE VENUS ECHT SCHOCKIERT, DA HIESS ES ‚SAAL A FISTEN“ – DA DACHTE ICH: JETZT REICHT’S“ Uns auch.

8. Tschüss-Bambi -> Piratenpartei

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Was hatten wir alle für große Hoffnungen in die Piratenpartei. Aber selbst bei der Hoffnung starb die Hoffnung zuletzt. Jetzt sie weg. Was bleibt? Erinnerungen an unzählige Gates, Skandälchen und grandioses Scheitern an sich selbst. Erkenntnisse: mit Twitter gewinnt man keine Wahlen, sondern verliert sie höchstens. Und für Überwachung interessiert sich kein Schwein, denn wer hat schon was zu verbergen? Die C-Promis auf der Bambi-Verleihung mit ihren Doppel-D gemachten Brüsten auf jeden Fall nicht. Der „Künstler International“ Bambi geht im Rahmen der Tschüss-Bambi Verleihung an F.R. David. Er intoniert „Nerds don’t come easy“ auf der Gala-Bühne.

9. Betonkopf-Bambi -> Claus Weselsky

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Der halbe Saal bei der Bambi-Preisverleihung ist leer. Nicht wegen Claus Weselsky, die meisten reisen Business-Class per Flugzeug an, nein, viele wirklich Prominente sind einfach nicht gekommen zu dieser „Premium-Gala auf Weltniveau“. Man vermutet Angst vor Ebola. „Wenn Franz-Josef Wagner früher schwitzte, dachte man, der braucht nur schnell einen Whiskey, heute denkt man da doch ein Stück weiter“, so ein Besucher, der nicht genannt werden will. Auch Claus Weselsky ist nicht gekommen. Ganz einfach, weil er sich sowieso nicht gern bewegt. Per Video wird er jedoch zugeschaltet. „Isch bedange misch für den Betonkopf-Bambi, zeigt er doch, wie wichtisch diesem Lande Unbeweglischgeid ischt“, verlautbart der GDL-Chef. „Stillstand ist nicht Rückschritt, sondern Vorankommen“, unterstreicht in ihrer Laudatio für den Betonkopf-Bambi Preisträger Bundeskanzlerin Merkel. Denn wenn sich eine mit dem Thema auskennt, dann sie.

 10. Einsichts-Bambi -> Christian Wulff

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Christian Wulff war ein Bundespräsident, der einem im Gedächtnis bleibt: schließlich besaß er Deutschlands hässlichstes Haus. Und er hatte jede Menge reiche Freunde, die ihn mal hier mal dort einluden. Schließlich stolperte er über 750 Euro und einem Riesenberg voller Dinge, denen er im Amt nicht gewachsen war. 2,5 Jahre später veröffentlicht er ein Buch, das noch einmal klar macht, warum er niemals hätte Bundespräsident werden sollen. Das ganze garnierte er mit bizarren Talkshow-Auftritten, die bewiesen, dass er so nah an der Lebenswirklichkeit steht, wie einst Erich Mielke, als er vor der Volkskammer seine Liebe dem DDR-Volk gegenüber zum Ausdruck brachte. Für so viel Einsicht kann es nur den Einsichts-Bambi 2014 geben. Wulffs Kommentar: „ich wäre immer noch der richtige im Amt.“ Fragt sich nur welches? Bademeister? Denn ins Schwimmen kommt er ja ganz gern.

 

 

 

 

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