Bär jeder Vernunft.

Dorothee „Doro“ Bär wird neue Digital-Staatsministerin der CSU. Ihr Vorgänger Alexander Dobrindt verstand unter Breit-Band eine Oktoberfestkapelle Samstag um 21 Uhr im Löwenbräu-Zelt. Als besondere Freude hinterlässt Dobrindt Bär sein „treues Fax-Gerät“. „Bei dem langsamen Internet in der Provinz, kann man so Nachrichten viel schneller an den Seehofer nach München senden“, so der Internet-Experte zur Internet-Expertin. „Aber der ist doch jetzt auch in Berlin“, unterbricht ihn die agile Staatsministerin. „Na dann: Rohrpost.“

Während Dobrindt seine Karo-Anzüge und Paisley-Krawatten verstaut beginnt Dorothee Bär sofort Visionen für ihr Amt zu entwickeln. „Ich will mich nicht mit Kleinigkeiten wie flächendeckenden Glasfaser-Ausbau mit 5G Geschwindigkeit aufhalten lassen, dass ist Old School.“ Sie denkt gleich an den ganz großen Wurf: Beamen, Flugtaxis (Stoiber: „Mit dem Flugtaxi starten Sie im Grunde genommen am Flughafen … am … am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug.“) oder sich mit „The Edge“ von U2 in der Berliner U2 fotografieren lassen. Letzteres gab’s zwar schon, aber ein Bild mit der Ministerin würde zumindest auf Twitter immer noch ganz gut funktionieren. Jedenfalls besser, als der Internet-Empfang auf dem Land.

Weitere spontane Idee: „Ich lasse mir einen roten Iro stehen und klebe mir einen Schnurrbart an, dann denkt jeder, ich würde was vom Internet verstehen.“ Bei der kommenden re:publica will sie einen Vortrag zum Thema halten: „Tyranno Saurus Fax – wie ein blutrünstiger Dino den Fortschritt aufgefressen hat.“ Auf jeden Fall ist noch viel zu tun. Selbst der neue CSU Verkehrsminister Andi Scheuer ist überrascht, dass es für die 2. Reihe eine Frau in der CSU gibt. Er erkennt Dorothee Bär nicht: „Ich dachte, sie sind die Sekretärin und sitzen am Internet-Empfang.“ Schlagfertig, wie de Digital-Staatsministerin ist, antwortet sie:

„Der neue Verkehrsminister der CSU ist

a) Scheuer oder

b) scheuert?“

Aber egal. Wir wollen hier die wichtigsten Vorhaben der Digital-Ministerin neben Holo-Decks für CSU Politiker (Seehofer: „Schalte Programm heile Heimat ein.“), Warp-Antrieb für Großflughäfen oder Zeitreisen für AfD-Gauland („Sieg HAL: Bitte ins Jahr 1943.“) vorstellen:

Flugtaxis mit Dieselantrieb.

Beamen ist ein Klacks, Teldafax. Nur beim Thema Antrieb von Flugtaxis schießen die Saupreußen nicht so schnell: Für eine Übergangsphase von 200 Jahren ist der Einbau von Dieseln weiter erlaubt. „Wir müssen Zukunftsindustrien4.0 Liter weiter unterstützen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Und kurz danach wird Dorothee Bär (BMW) sogar sentimental: „Ich habe letztens mit einem Top-Manager aus dem Flugtaxibau gesprochen, der musste zum Psychologen, der hatte Euronorm Fear.“ Schnüff.

Obergrenze für Datengeschwindigkeit

Auf der Alm do gibt’s koa Sünd und koa Internet-Empfang. Statt den Breitbandausbau voranzutreiben, kommt Dorothee Bär zusammen mit dem Obergrenze-Experten Seehofer zu einer genialen Idee: „Wir führen einfach flächendeckend Egde-Geschwindigkeit als Obergrenze ein.“ Denn wie sagt man in der CSU: Die Datei hat immer Recht. So muss man sich nicht mehr mit Nebensächlichkeiten wie Glasfaser beschäftigen, sondern kann gleich mit dem Bau eines Weltraumaufzuges von Franken auf den Mond beginnen. Fertigstellung: Q3/2020 (eventuell).

Maut für Ausländer auf der Datenautobahn.

Die Datenautobahn wird nicht nur von Deutschen befahren. Nein, auch Ausländer schicken hier Textnachrichten, Filme oder andere Datenpakete hin und her. „Es kann doch nicht sein, dass der Ausländer das deutsche Internet benutzt, ohne zu bezahlen.“ Ein roamen geht durch die versammelte Schar an CSU-Politikern. Das wird sich ändern: EGDE äh ÄTSCH! Die Einführung des Maut soll etwa dann stattfinden, wenn die ersten Flugtaxis auf der Straße sind (Herbst 2019). Übrigens gilt auf deutschen Datenautobahnen natürlich kein Tempolimit: jeder kann hier mit rasender GPRS Geschwindigkeit durchs Netz rauschen.

Herdprämie für Food-Bloggerinnen

Bayern sind Experten für gesunde Ernährung: Klöße, Schweinshaxen, Würste. Alles, was das Veganer-Herz begehrt, kommt aus dem wunderbaren Land zwischen Maas und äh Donau und Inn. Apropos: ein besonderes Herzens-Projekt ist für Dorothee Bär ist die Herd-Prämie für Food-Bloggerinnen. „Wir wollen, dass sie wieder mehr selbst kochen und weniger nur das Essen fotografieren.“ Schließlich beginnt Heimat im Kochtopf: Ob 5 Minuten Terrine, Pizza, oder Döner, sie alle sind deutsche Nationalgerichte. Dank der Herdprämie brauchen die Bloggerinnen nicht mehr so viele Werbe-Deals. „Es ist gegen die Menschenrechte, sich mit Bifis in einer Badewanne ablichten zu müssen“, so Bär. „Ich war einmal mit der Wurst Söder in der Wanne, ich weiß, wovon ich spreche.“

Mütterrente für Netzfeministinnen

Als CSU Politikerin hat sich Dorothee Bär hochgeschlafen. „Es gibt nichts langweiligeres, als eine CSU Gremien-Sitzung.“ Daher ist sie auch eine der WortführerInnen der #metoo Bewegung. „Wer einmal Seehofer im Bademantel gesehen hat, bekommt diese Bilder nie wieder aus dem Kopf.“ Einmal lud der CSU Chef Bär auf sein Hotelzimmer ein. Er deutete auf eine Flasche teuren Riesling und sagte: „Schau mal, der hat Weinstein.“ Darum macht sie sich insbesondere für eine Mütterrente für Netzfeministinnen stark: „Die haben ja keine Kinder, darum müssen die im Alter mit unserer Mütterrente unterstützt werden.“ Die Mütterente soll im Laufe des Jahres 2021 kommen. Gleich nach der Eröffnung einer Hyperloop Verbindung zwischen dem Großflughafen BER und Stuttgart 21. „Wenn erst mal alle Konzerte von Stuttgart21 ausverkauft sind, werden alle Hater schweigen – wie bei der Elbphilharmonie“, so die Digitalministerin, während sie per App ein Flugtaxi bestellt und entschwebt.

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