All posts by Alf Frommer

5 Dinge, die Frauke Petry jetzt machen kann.

 

  1. Tatort Kommissarin in Braunau am Inn

Beim Tatort darf mittlerweile ja jeder ermitteln – sogar Til Schweiger aka Wehrmacht-Feldwebel Hugo Stiglitz. Kein Wunder, dass die ArD der größten Krimi-Reihe aller Zeiten (GröKaz) mit Frauke Petry einen weiteren Push geben will. „Wir rechnen bei ihrem ersten Fall aus Branau am Inn mit 19,33 Millionen Zuschauern“, so der ArD Programm-Direktor. In dem Fall geht es um einen vollkommen überraschenden Anschlag auf ein Flüchtlingsheim. Für Kommissarin Petry ist die Sache klar: „Dummer Jungen-Streich!“ Das sieht ihr Kollege Höcke von der Polizei Sachsen/Thüringen genauso. „Nazis sollen das gemacht haben? Aber warum denn?“ Gute Frage, nächste Frage. Die restlichen 89 Minuten versucht Petry wenigstens noch den Euro zu retten. Scheitert aber auch daran. Schluss ist für Petry erst ab 19,45. Also Millionen Zuschauer. Aber bis dahin hat sie ja noch 12 Jahre Zeit.

  1. Geschäftsführerin des BER

Frauke Petry kennt sich mit Pleiten aus. Daher wäre sie die geborene Geschäftsführerin des Berliner Erfolgsprojekts Groß-Flughafen. „Wer Bücher verbrennen kann, kann auch Geld verbrennen“, meint sehr selbstbewusst Frau Petry. „Und nichts gebacken bekommen, habe ich auch bei der Alternative für Deutschland.“ Beim BER könnte sie jeden Tag 1 Millionen Euro in den Wind schießen. Für die erklärte Euro-Gegnerin ein Traum. „Noch nicht mal die Storch könnte hier fliegen, höhöhöhö.“ Ihren Humor hat sie nicht verloren, nur ihr Spitzen-Amt. Auch ein Eröffnungs-Datum schwebt ihr schon vor: „Am 30. Januar 2033 wird der Großflughafen mit einem großartigen Fackelzug feierlich eröffnet.“ Sie fackelt halt nicht gern lange. Nur am Namen will sie noch mal feilen: „Willy-Brandt-Flughafen geht gar nicht, genau wie die Entrauchungsanlage nicht geht.“ Sie würde den Airport gerne „Bernd Lucke Flughafen“ nennen. Begründung: „Der ist wenigstens schon mal geflogen – bei der AfD.“

  1. CSU Generalsekretärin

Kennen Sie den Unterschied zwischen der CSU und der AfD? Wir auch nicht. Daher wäre Frauke Petry die geborene Nachfolgerin für Andreas Scheuer. Ihr einziger Nachteil: sie ist eine Frau, die haben in Führungspositionen bei den Christ-Sozialen sonst eher keine bis gar keine Chance. Aber mit einer ordentlichen Testosteron-Behandlung könnte sie programmatisch auch Horst Seehofer und den Rest der Männer-Gang überzeugen. „Die CSU ist auch für eine Obergrenze bei Flüchtlingen und da es noch keine 200.000 AfD Flüchtlinge gibt, habe ich gute Chancen in München aufgenommen zu werden“, kündigt Petry an. „Ich habe auch schon angefangen bayrisch zu lernen, schließlich will ich den Unsinn endlich verstehen, den Söder so von sich gibt.“ Sie bringt auch gleich einen bunten (Franz-Josef) Strauß voller Ideen mit: unter anderem eine Mauer zwischen Bayern und Deutschland, die Mexiko bezahlen muss. Da legst di nieder. (Sie lernt noch bayrisch).

  1. BILD Chefredakteurin

Sie kann sehr gut hetzen, super Stimmung machen gegen Minderheiten aller Art (Asylanten, Hartz4er, linksgrünversiffte) und mag Sex!!! Frauke Petry ist wie geschaffen als neue Chefredakteurin der BILD (Alternativ: BILD Girl September 1939). Mega-Plus: Mit der Wahrheit nimmt sie es auch nicht immer so genau und nutzt gefälschte Informationen, um damit Menschen zu verführen. Es kann also eigentlich niemand besseren geben, der im Springer-Hochhaus ans BILD-Ruder kommt. Frauke Petry würde die Volksprodukt-Linie erfolgreich erweitern: Volks-Stacheldrahtzaun, Volks-Molotowcocktail oder Volks-Merkelgalgen würden zu echten Verkaufsschlagern bei einer zahlungskräftigen Gruppe der Silver Surfer. Ihr Motto: Das wird man doch noch mal schreiben dürfen. In einer 18-teiligen Serie zeigt sie auf, wie Flüchtlinge und Asylbewerber den deutschen Sozialstaat betrügen. Gleichzeitig macht sich die Petry-BILD dafür stark, dass keine Vermögenssteuer eingeführt wird. Das sind ja schließlich die Leistungswilligen der Gesellschaft. Mit Kai Diekmann zusammen entwickelt sie den Slogan: „Deutschland UBER alles.“ Und zeigt in einer 88-teiligen Serie, wie wichtig der Abbau des Taxi-Gewerbes ist. Natürlich total unabhängig und UBERparteilich.

  1. Teilnehmerin beim Dschungelcamp 2018

Sie bringt alles mit, was man für eine Teilnahme beim Dschungelcamp braucht: beruflich gescheitert, Pleite gegangen und der Promi-Status reicht höchstens noch für Autohauseröffnungen unter Kameraden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern oder Germania – pardon: Berlin. Sie würde klaglos auf Krokodil-Penis rumkauen und immer wieder am Lagerfeuer nach dem Rechten schauen (Höcke ist aber leider nicht da). Als Lager Eva (Braun) übernimmt sie die Rolle der Giftschlange, die hinter dem Rücken über andere ablästert. An Gauland und Poggenburg lässt sie kein gutes Haar. Sie wird mit Kakerlaken und Schleim überschüttet und fühlt sich gleich wie zuhause – beim AfD Parteitag. Im Camp rühmt sie die australische Einwanderungspolitik und deren Internierungslager. „Die lassen niemanden rein, nur Leute die was können.“ Am nächsten Tag müssen die Camp-Insassen auf Geheiß der australischen Behörden geschlossen das Land verlassen. Es wird das erste Dschungel-Camp ohne Sieger. Das erinnert Frauke Petry wiederum an ihre AfD: nur Verlierer.

Share

Referendumm und dümmer.

Zum Glück haben wir Deutschen beim Thema Integration alles richtig gemacht, nur die Deutsch-Türken sind mal wieder zu dumm und wählen eine Diktatur. Das hätten wir Deutschen nie gemacht, fragt mal unsere Groß- und Ur-Großeltern. Schließlich waren/sind wir eine Kulturnation, während bei den Türken höchstens der Döner-Spieß Pirouetten dreht. Erst letztens wollten wir extra für unsere muslimischen Mitbürger eine Schweinefleischpflicht an deutschen Schulen einführen. Uns kann wirklich niemand einen Vorwurf machen, wir haben wirklich alles getan.

Sie bekamen die besten Jobs bei der Müllabfuhr, den Putzkolonnen oder an den Fließbänden der Nation. Dankbarkeit? Null. Unsere Hintertüren und -herzen standen Ihnen als Paketboten (Hèrmes) fast ständig offen. Und wenn wir mal Türkenwitze erzählten, dann nur wirklich lustige (Was ist blau und schwimmt im Fluss? Türke im Müllsack!) Die paar Brände ihrer Häuser in den 90ern würde die Polizei Sachsen heute als dumme Jungen-Streiche bezeichnen. Wer kann sagen, ob Nazis Brandstifter waren? Das sind alles nur Vermutungen. Ach ja: Ostern feiern die ja nicht mit Feuer.  Die Muselmanen.

An der Uni lernten wir sehr viele türkische Mitbürger kennen: sie kehrten das Laub am Campus zusammen oder reinigten die Klos. Es soll niemand behaupten, wir hätten ihnen keinen roten Teppich mit Halbmond dorthin ausgerollt. Den Bachelor kannten sie nur aus dem Trash-TV (wenn sie die komische Sprache verstanden, die dort gesprochen wurde).  Im Polizeiwagen durften sie immer hinten mitfahren, wie die Chabos in den Stretch-Limousinen. Es gab aber keine Drogen, sondern Verurteilungen. Naja, und dann Drogen: im Knast.

Unheimlich viele unsere Freunde sind Türken. Also nicht in echt, aber im Fernsehen. Zum Beispiel dieser Elyas M’Barek. Der ist zwar Tunesier, aber sehen die nicht sowieso alle gleich aus und können kein Deutsch? Mordkommission Istanbul schaue ich auch total gerne, da spielt ein Spanier einen Türken (aber hey: sehen die nicht alle…). Und die Aylin Tezel ist superheiß. Warum macht die im Dortmunder Tatort nicht mal nen sexy Bauchtanz? Machen die doch alle ständig und jonglieren dabei Döner.

Während bei uns fast nur Frauen in den Dax-Vorständen sitzen, haben türkische Mädels absolut nichts zu melden. Vollkommen hinterwäldnerisch! Deutsche Männer sind Feministen durch und durch und können es nicht ertragen, wenn muslimische Frauen Burkini tragen müssen beim Schwimmen. Da sieht man deren Titten auch nicht so gut. Unmöglich. Ehrlich gesagt: die wollen sich auch nicht integrieren.

Jetzt haben 63% der Deutsch-Türken für ein Präsidial-System gestimmt. Undankbares Pack. Sie durften hier seit mehr als 50 Jahren von einem demokratischen System profitieren, das ihnen Aufstieg und Teilhabe ermöglichte und jetzt das. Wenigstens ein gutes hatte das Referendum: die Almans haben endlich mal 2 Wörter türkisch gelernt:

Hayir -> braver Türke

Evet -> dummer Türke

Der Weg zu mehr Verständnis zwischen Deutschen und Deutsch-Türken ist also bereitet.

Share

Das Smartphone unser.

Smartphone unser in der Hand

Geheiligt werde dein Display.

Deine Eilmeldung komme.

Dein Post geschehe.

Wie auf Twitter, so auf Facebook.

Unser tägliches Bot gib uns heute.

Und vergib uns unseren Hass,

wie auch wir vergeben unsern Hatern.

Und führe uns nicht in Kommentarspalten,

sondern erlöse uns von Trump.

Denn dein ist das Like

Und der Fav und die Akkuladezeit.

In Ewigkeit, *Zwinkersmiley*

Share

7 Dekrete, die wir uns wirklich von Donald Trump wünschen.

 

  1. Verbot von Volksmusik-Sendungen im deutschen TV

Donald Trump schafft mit einem Federstrich die Folter ab: mit dem Verbot wird Reden Silber und Schweigen Silbereisen. Millionen atmen auf, weil Quälgeister wie Santiano, die Kastelruther Spatzen oder Patrick Linder plötzlich vom TV-Schirm verbannt werden. Zwar regt sich unter dem Hashtag #MusiBan Protest, der aber von Freunden des öffentlich-rechtlichen Rundfunkbeitrags niedergeschmettert wird. Die 17,50€ sollen laut Dekret in Zukunft sinnvoller eingesetzt werden: für die Erhöhung von Intendantengehältern und dem Einkauf von alle 14 Staffeln „The Apprentice“ mit Donald Trump.

  1. Umbenennung der CSU in AfD

Trump macht endlich Schluß mit dem Rumgeeiere: ab sofort lassen Seehofer, Scheuer, Söder, Aigner und Co (auch zärtlich SS und SA genannt) die Biedermannmaske fallen. Der US-Präsident: „Ich habe im Wahlkampf versprochen, die CSU in AfD umzubenennen oder sie mit der „Brüder im Geiste-Partei“ zu fusionieren, das mache ich jetzt wahr.“ Horst Seehofer ist begeistert: „Endlich kann ich mit Beatrix von Storch an der Grenze jagen gehen.“ Hoffentlich schießen sie da den Vogel ab. Nicht. Derweil bringt Scheuer mit Höcke eine ultrascharfe Currywurst-Soße raus: “Wer könnte das glaubhafter, als wir beiden Scharfmacher?” Guten Appetit!

  1. Neuer Slogan für den Focus

Der Focus war mal ein Nachrichten-Magazin. Heute besticht er als Ratgeber-Postille und verlängerter Arm von Rechtsaußen-Magazinen wie Tichys Einblick. Zudem kann niemand besser BILDplus Inhalte neu zusammenschrieben wie Focus Online. Darüber ist niemand begeisterter, als Springer selbst. Früher warb der Focus mit „Fakten, Fakten, Fakten.“ US-Beraterin Kellyanne Conway: „Heute muss es heißen Alternative Fakten, alternative Fakten, alternative Fakten.“ Die 1,5 Millionen Abonnenten des Focus sind jedenfalls begeistert.

  1. BER Eröffnungstermin festlegen (keine Fakenews)

Kürzlich schrieb der Berliner Bürgermeister an Donald Trump und endete mit dem verzweifelten Ausspruch: „Mr. Trump, don’t build this Airport.“ Der neue starke Mann der westlichen Welt, wollte zwar nicht unbedingt bei Merkel landen, aber er ist halt jemand, der die Nöte des kleinen Mannes ernst nimmt. Per Erlass legte er spontan den Eröffnungstermin auf den 31. April 2018. Dieser Termin wurde ihm von Berliner Planungsbüro als „ziemlich sicher“ gemeldet. Trump: „Meine Air Farce One ist der Stolz der heißen Lüfte.“ Damit passt sie perfekt zum Großflughafen Berlin-Schönefeld.

  1. Mauerbau 2.0

Während der Großflughafen eher ein mauer Bau ist, kennt Trump beim Mauerbau kein Pardon. Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen? Pustekuchen! Millionen Wessis atmen auf: die alte Bundesrepublik kehrt zurück. „Wir werden eine wunderschöne Mauer bauen und Mexiko wird sie bezahlen“, so der neue US-Präsident. Mexiko weiß noch nichts von seinem Glück, dass die erneute Trennung Deutschlands auf seine Kosten geht. Der geschasste Berliner Staatsskretär Andrej Holm liebäugelt sogar mit einer Rückkehr zur Grenztruppe. So hat der genialste, größte Arbeitsplatzschaffer Allah Zeiten einen Arbeitslosen von der Straße gebracht (wo er nie protestierte). Danke, Donald!

  1. Auftrittsverbot für Mario Barth

Mario Barth ist der Anti-Loriot, der immer zu spät kommt: Montags-Demos sucht er am Dienstag und auf das Sams wartet er Sonntags – natürlich – vergeblich. Und mit den Hoppenstedts würde er nie Weihnachten, sondern Ostern feiern. Nur er wundert sich darüber. Früher füllte er das Olympiastadion, heute nur noch die Timelines mit Spott, der über ihn ausgegossen wird. Seinen letzten guten Witz landete er auf dem BER (der muss wirklich für jeden Scherz herhalten). Aber endlich erlöst uns unser Meme-Messias Trump von Mario Barth: per Auftrittsverbot wird er zum Wolf Biermann des 21. Jahrhunderts. Die wahrscheinlich beste Pointe, die Mario Barth je gelungen ist.

7. Fake-News verbieten

Trump setzt Ex-Breitbart Chef Steve Bannon ein, um bei bei ARD und ZDF mit den Fake-News aufzuräumen. “Die Mainstream-Medien berichten immer das gleiche, gestern zum Beispiel meldeten beide -3 Grad und Sonne für Berlin.”  Damit ist jetzt Schluss: denn bei ARD und ZDF stehen sie zukünftig in der ersten Reihe – angetreten im Gefängnishof.” Freie Presse ja, aber bitte nur, wenn wir interpretieren, was frei bedeutet. Es sollen zukünftig alle Seiten zu Wort kommen, dumm nur, das die Demokraten dabei einen Knebel im Mund haben und man sie nicht versteht. Für Trump kein Problem: “Wir lassen das einfach untertiteln – in unserem Sinne.” Kellyanne Conway: “Ich möchte morgens immer noch in den SPIEGEL schauen können und will nicht erschrecken.”  Man kann bezweifeln ob selbst ein Trump Dekret das schafft.

Share

Lieber Kai Diekmann,

Frauen hatten für Sie stets nur eine Seite: Seite 1 bei der BILD. Sie waren der Herrscher über die Nackheit, der potente Mars neben der wunderschönen Venus von Milo. Ein Mann, der mit seiner Medienmacht Frauen an- und auszog. Der Augapfel aller Augsteins.

Das fanden nur Tugend-Tanten wie Simone Peter blöd. Oder verhärmte Feministinnen, die dringend mal wieder durchgef****t gehören*. Oder durch die Blome gesagt: Wer braucht einen Veggie Day, wenn ihn die Fleischeslust umtreibt!?

Spider!

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Sie. Sie sollen beim Baden (nicht in der Menge) eine Frau belästigt haben. Sie bestreiten das, wie früher ihren Lebensunterhalt mit erfundenen Geschichten.

Apropos erfundene Geschichte: dafür müssten Sie doch Sympathie haben.

Herzlichst

Ihr FJ Wagner

*Hatte selbst das letzte Mal Sex, als Hans Esser bei BILD der Mann war.

Share

5 Bevölkerungsgruppen, die wirklich überprüft werden müssten.

#GeHools (Gewaltbereite Hooligans)

Ein Kessel braunes: Sie tragen die Farben ihres Vereins und viel Böses im Schilde – die #GeHools. Aber damit ist jetzt Schluass: die Bundespolizei will alle #GeHools zukünftig schon vor dem Ausbruch von Gewalttätigkeiten kesseln, überprüfen und zum Heimspiel nach Hause schicken. „Hooligans sind eine Gruppe von Menschen, die seit Jahren bereit sind Gewalt anzuwenden“, so die Bundespolizei. Daher sei es nur richtig, schon als Prävention, jede Form von Gewalt im Keim zu ersticken. Verbrannte Züge, schwere Körperverletzungen und Beleidigungen gehören bei der Tätergruppe zum guten Ton. „Wir von der Bundespolizei sind nicht mehr bereit dies zu tolerieren.“ Wie die BILD berichtete ist auch Cathy Hummels davon begeistert.

#VaKar (Vollalkoholisierte Karnevalisten)

Maskierte Gewalttäter überziehen die Domstadt jedes Jahr mit einer Welle von Gewalt und Straftaten. „Die Tätergruppe nutzt Verkleidungen wie Pirat, Clown oder Cowboy, um sich insbesondere alkoholisiert Frauen zu nähern“, so die Kölner Sicherheitskräfte. Gerade an Karneval ist ein Ansteigen von Sexual-Delikten zu erkennen. „Dieses Jahr werden wir insbesondere Horror-Clowns präventiv überprüfen“, meint der Polizeisprecher. Mit Rassismus hat das ganze nichts zu tun, denn Clowns kennen ja keine Farbe, außer der roten Pappnase. Die Clowns werden allesamt überprüft und des Platzes verwiesen. „Wir wollen uns ja nicht lachhaft machen und die Clowns wie in den letzten Jahren gewähren lassen“, unterstreicht der Polizeisprecher der Rheinmetropole.

#SchlaMos (Schlager Move Besucher)

Hossa! Sie pinkeln in Hauseingänge, quälen Anwohner mit schrecklicher Musik und tanzen Frauen zu „Griechischer Wein“ an. #SchlaMos kennen kein Erbarmen! Der Schlager Move ist sowieso ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den guten Geschmack. Gut zu erkennen ist der #SchlaMos an Schlaghose, bunter Perücke und Sonnenbrille. Hemmungslos macht er sich an Frauen heran und scheut auch nicht den Einsatz von Prilblumen. „Jedes Jahr gehen die Zahlen von sexuellen Belästigungen im Zuge des Schlager Moves in die Höhe“, so die Hamburger Polizei in einer Pressemitteilung. In diesem Jahr ist die hanseatische Polizei mit einem Großaufgebot zur Stelle, um potentielle Sextäter (Motto: „Komm unter meine Decke“) verstärkt zu überprüfen und des Platzes zu verweisen. Denn: Es fährt ein Zug nach Nirgendwo – auch für Intensivtäter.

#OkBes (Oktoberfestbesucher)

Sie rotten sich in großen Gruppen zusammen, betrinken sich fast besinnungslos und belästigen Frauen: der typische männliche Oktoberfestbesucher zeichnet sich durch eine Uniform aus, dank derer die Polizei ihn direkt erkennt. Er trägt Lederhose, karierte Hemden und tanzt sehr gerne auf Tischen. Bei seinen Gewaltorgien setzt er ohne Hemmungen Maßkrüge ein und traktiert damit friedliche Besucher und Sicherheitspersonal. „Der #OkBes spricht ein fast nicht zu verstehendes Deutsch, vor allem wenn er lallt“, so die Münchener Polizei. „Zudem liegt die Bildung einer Gang artigen Organisation nahe, denn die Mitglieder tragen Erkennungszeichen“, führt die Wiesn-Wache weiter aus. Verstärkte Kontrollen der Personengruppe habe aber nichts mit Rassismus zu tun. „Wir wissen, dass aus dieser Gruppe Taschendiebstähle, Körperverletzungen und sexuelle Nötigungen begangen werden, daher ist eine Kontrolle unumgänglich.“ BILD meint aus dem Käferzelt: Weiter so!

#HerTags (Herrentagler)

Is this his Bollah-Wagen? Stockbesoffen, notgeil und auch sonst zu allem bereit. #HerTags gehen sehr geschickt vor, um polizeilichen Kontrollen zu entkommen. Sie arbeiten in kleinen Gruppen und dezentral. Etwa 5-10 Mann plus Bollerwagen voller alkoholischer Getränke reichen ihnen, um ihre Opfer (meist Frauen) zu erreichen. Sie pöbeln, pfeifen Frauen nach und werden bei gesteigertem Konsum von Alkohol auch gerne handgreiflich. „Für uns als Polizei ist es schwieig, die Tätergruppen zu stellen, da sie in vielen vielen Klein- bis Kleinstgruppen vorgehen.“ Dieses Jahr werden wir uns auf diese Taktik einstellen und schon an den Anfängen bekannter Routen kontrollieren. Das wird den Tätern eine Lehre sein und Lehrtage sind bekanntlich keine Herrentage.

Share

Der politische Werber lebt.

Vor einigen Wochen hielt Gerald Hensel, Strategiedirektor bei Scholz & Friends, ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass auch Werber politischer werden sollten. Ich finde das gerade in diesen Zeiten richtig und wichtig. Schließlich haben wir als Kommunikationsprofis das Wissen und teilweise eben auch die Kontakte, um gesellschaftlich relevante Aktionen viral werden zu lassen. Der politische Werber ist der Gegenentwurf zum klassischen: der hat – zumindest offiziell – keine eigene Meinung und übernimmt normalerweise die Positionen seines Kunden. Das ist Teil der DNA unseres Berufes. Wir könnten unseren Job sonst auch nie so gut machen.

Hensel bricht nun vollkommen damit. Seine Aktion #KeinGeldFürRechts sprach gezielt Werbekunden von sehr rechten, neurechten oder sogar rechtsextremen Online-Angeboten an. Unternehmen wurden darauf hingewiesen, dass sie – oft ohne dass sie es wussten – auf den Webseiten der Freunde von Pegida und Co. warben. Überraschend ist die Tatsache, dass viele Firmen scheinbar nicht wissen, wohin ihre Werbegelder fließen und welche – teilweise rechtsradikalen – Ansichten sie damit unterstützen. Machen wir uns nichts vor: diese neurechten Biedermänner geben Brandstiftern das geistige Rüstzeug, mit dem sie körperliche Angriffe legitimieren. Insofern ist die Aktion #KeinGeldFürRechts meiner Meinung nach ein geeignetes Mittel, um brennende Asylbewerber-Heime zu verhindern. Das mögen die ach so intelligenten Autoren dieser Blogs anders sehen, aber am Ende landet man vom alarmistischen Text, beim Alarm der Feuerwehr, die nach einem Brandanschlag gerufen wird. Nichts anderes ist der Fall.

Jeder wehrhafte Demokrat hat dadurch meines Erachtens das Recht und die Pflicht etwas dagegen zu tun. Auch gegen die “Achse des Guten” (selbst wenn da nicht jeder Text neurechts ist). Jetzt wird Hensel als Blockwart beschimpft, der Nazi-Methoden benutzt, wie einst bei „Kauft nicht bei Juden“. Dieser Vergleich (wie viele Nazi-Vergleiche) hinkt an allen Ecken und Enden. Im April 1933 war Hitler an der Regierung, er stellte paramilitärische SA-Männer vor jüdische Geschäfte und drangsalierte deren Besitzer und deren Kunden. Nicht nur verbal, sondern körperlich. Und mit dem Gewalt-Monopol des Nazi-Regimes. Gerald Hensel dagegen, ist ein Aktivist ohne all deren Macht. Er kann Unternehmen nur auf deren Werbe-Partner hinweisen und sagen: „Meint ihr, dass ihr in diesem Umfeld werben wollt?“ Scheinbar wollen das viele der Firmen wirklich nicht. Denn auch die wissen, dass Hassprediger, AfD-Sympathisanten und Weltuntergangs-Herbeischreiber kein Umfeld sind, in dem weltoffene Unternehmen werben wollen und sollen. Diese Firmen ziehen also freiwillig ihre Budgets zurück und setzen diese an besserer Stelle ein. Ohne Zwang, ohne gröhlende Uniformträger, ohne Gewaltmonopol. Einfach aus Einsicht.

Jetzt bricht ein gewaltiger Shitstorm über Hensel hinein. Denn die Neurechten sind hervorragend im Netz organisiert und verstehen es ihre Peer-Group zu mobilisieren. Sie rufen ihrerseits zum Boykott auf: vor allem gegen die Werbeagentur, in der Gerald Hensel arbeitet. Dessen Arbeitgeber hat sich heute hinter seinen Mitarbeiter gestellt. Trotz tausender schlechter Bewertungen innerhalb weniger Tage auf ihrem Facebook-Kanal. Dafür gebührt Scholz & Friends Respekt. Vor allem deswegen, weil es eigentlich mehr politische Werber braucht. Intelligente, tolerante, kreative und vor allem weltoffene Menschen, die nicht einfach schweigen, wenn um sie herum gerade versucht wird gesellschaftliche Errungenschaften wie Gleichberechtigung, Inklusion oder Toleranz gegenüber sexueller Orientierung wieder zurückzudrehen.

Werber haben gelernt, wie man nicht abgehoben mit normalen Menschen sprechen kann. Der abgehobene links-intellektuelle Diskurs erreicht diese oft nicht. Für uns dagegen ist es Alltag, Botschaften zu entwickeln, die Herz und Kopf treffen – von Leuten wie Du und Ich. Wir sollten diese Kompetenz nutzen. Manche machen das: als Wahlkämpfer für demokratische Parteien. Andere können neue Wege finden, wie Gerald Hensel. Wichtig ist, dass wir uns nicht einschüchtern lassen, weil die Neurechten sehr laut werden können. Und sehr hassvoll. Sie meinen zwar, dass es nur eine Einheitsmeinung gibt und sie keine Stimme hätten, dafür ist ihre Stimme im Netz zum Teil penetrant laut. Sie kapern die Kommetar-Spalten und machen sie zu einer Mono-Kultur ihrer Weltsicht. Aber auch hier gilt: Nur weil sie sich eben – qua ihres eingebildeten Minderwertigkeitsgefühls – besser mobilisieren lassen, sind sie nicht in der Mehrheit.

Der politische Werber ist nicht tot. Im Gegenteil er fängt gerade erst an.

Share

8 SPD Kanzlerkandidaten, die gewinnen könnten.

Hannelore Kraft kennt ihn schon. Wir nicht. Den kommenden SPD-Kanzlerkandidaten. Dieser wird in einem offenen Prozess von allen Mitgliedern der Sozialdemokratie gewählt. Denn so geht moderne Parteiendemokratie. Wir wagen einen Blick ins Hinterzimmer der SPD und orakeln, wer 2017 gegen die Bundeskanzlerin verliert.

Til Schweiger

Vorteil: Er würde selbst dann Klartext reden, wenn er wie gewohnt nuschelt. Er wäre ein Vorzeige-Kanzler, der ein Vorzeige-Ergebnis fast garantieren würde. Außenminister wäre wieder Fischer (Helene) und das Kanzleramt würde zu einem Tatort werden: hier wird nicht gequasselt, sondern gemacht! Bäm, bäm, bäm: schneller als Trump würden Gesetze verabschiedet. Und die AfD müsste flüchten: über eine Vorzeige-Route nach 1937. Mit ihm wäre die SPD wieder auf der Gewinnerstraße: in einem Mercedes SL Cabrio (Hybrid).

Wahlkampfslogan: Mehr Kerl statt Merkel.

Vorzeige-Ergebnis: 38% (wie Jack Daniels)

Angela Merkel

Vorteil: Sie bringt jede Menge Erfahrung als Kanzlerin mit und hätte den Amts-Bonus. Davon träumen SPD-Politiker seit Jahren. Außerdem verkörpert sie wie keine andere sozialdemokratische Werte. Und nicht zu vergessen: anders, als führende Sozis, hat sie nie entschieden Hartz-4 einzuführen – mehr sozial geht nicht. Chaos-Gabriel kann sie gut managen und Leute wie Schulz verspeist sie zum kontinentalen Frühstück. Ergo: Gegen Merkel hätte die CDU keine Chance.

Wahlkampfslogan: Keine Experimente. Außer an AfD-Mitgliedern.

Koalitions-Partner: Alle

Ergebnis: 36,2%

Jan Böhmermann

Vorteil: Jan Böhmermann hätte sogar eine Chance, wenn er als Sigmar Gabriel antreten würde – und das will was heißen. Er macht aus jedem Korruptionssumpf Gold, ob in Berlin oder in Wowereit im Winkl. Er ist ein mediales Schwergewicht und ganz dick vernetzt – zwar nicht in SPD Ortsvereinen, aber dafür im Internet und darauf kommt es heute an. Er kann Kampagne und wäre unter Merkel der beste Witze-Kanzler aller Zeiten. Und: er hätte mehr Follower, als die SPD Mitglieder.

Wahlkampfslogan: Egal, Hauptsache mit Hashtag.

Koalitionspartner: Deutsche Dendemann Partei, Die Beisenherzer, Benny Hillary Clinton, Die 5 Fallon Bewegung

Ergebnis: 1.567.321%

Sarah und Pietro

Vorteil: Über keinen Kandidaten würde die BILD mehr berichten. Auch RTL2 wäre mit „Sarah und Pietro auf Wahlkampftour“, „Sarah und Pietro im Hinterzimmer (kein Sex)“ oder „Sarah und Pietro gründen die ‚Sarah und Pietro Partei Deutschlands’ (SPD)“. Zwar haben beide noch nie so einen langen Text gelesen, wie das Parteiprogramm, aber irgendwo muss man ja anfangen. Wahlkampfmanager Dieter Bohlen würde für Bodenständigkeit sorgen und den passenden Wahlkampf-Hit schreiben. Und wer weiß? Am Ende sind die beiden vielleicht wieder vereint – wie jetzt Helmut und Loki. Himmlisch!

Koalitions-Partner: RTL2, BILD

Ergebnis: 122% (die haben das mit der Demokratie noch nicht verstanden)

Horror-Clown

Vorteil: Wenn schon einen Horror-Clown wie Gabriel, dann doch lieber das Original. Er macht Gerechtigkeit und Hartz Fear ganz groß zu seinem Wahlkampfthema. Sein Vorteil: er kann in ganz Deutschland urplötzlich an sehr vielen Stellen auftauchen und Wahlkampfreden halten. Mit seinen Spots terrorisiert er die TV-Sender mehr als alle Berliner Runden bisher zusammen. In Duell gegen Merkel hat er sofort die Pappnase auf – passend zu allen anderen SPD-Kandidaten. Und wenn er verliert, kann er gleich einen Lobby-Posten bei Monsanto einnehmen. Mehr Horror geht nicht.

Wahlkampfslogan: Ängste Beziehungen zu Europa.

Koalitions-Partner: AfD, Trump, Front National (HORROR!!!)

Ergebnis: Freitag der 13% (HORROR!)

Mindestklon Willy Brandt

Vorteil: Die SPD-Mitglieder (Durchschnitts-Alter 65,3 Jahre) wissen, was sie bekommen. Mindestklon Brandt wird die Wiedervereinigung mit der DDR weiter vorantreiben. Mit seiner Sozialpolitik überzeugt er die Millionen in Gewerkschaften organisierten Arbeiter und deren Hausfrauen, die abends das Essen auf den Tisch stellen. Er führt als erste Amtshandlung den Mindestklon ein. So können die Arbeiter zuhause bleiben, während ihr Mindestklon malochen geht. Und wenn sie arbeitslos werden, kassieren beide doppelt ab. Mehr Sozialpolitik war noch nie bei der SPD.

Wahlkampfslogan: Mindestklon für alle!

Koalitionspartner: Genscher

Ergebnis: genau wie 1972

Kim Jong Un

 Vorteil: Er kann nicht verlieren. Genau wie Gabriel. Oder fast wie Gabriel. Er nennt sich das Flakgeschütz der Demokratie und wie aus der Pistole geschossen kommen auch seine Argumente. Er holt mehr Prozente als die CSU in 2 Landtagswahlen. Er ist jung und raucht fast genau soviel wie Helmut Schmidt – und ist auch fast genauso demokratisch wie er. Er wäre die Führerfigur, die die SPD so dringend braucht, seitdem Rudolf Scharping lieber radelt und Lafontaine einen auf Salon-Konterrevolutionär macht. Er würde Deutschland wieder zur Atommacht machen und Kai Diekmann mit einer Rakete ins All schießen.

 Wahlkampfslogan: 100% für Deutschland.

 Koalitions-Partner: Keine (warum auch?)

 Ergebnis: 100%

 Christoper Lauer

Vorteil: Er wäre schon in der SPD – und vom Prinzip wählbar – denn: auf die Dauer hilft nur Lauer. Als Kanzlerkandidatskapitän würde er die Segel setzen und Kurs nehmen auf ein Land, das sich klar macht zu ändern. Sein allergrößter Vorteil: er ist nicht Sigmar Gabriel. Er ist dynamisch, jung, internetaffin – also genau das Gegenteil von der SPD. Mit Peter Altmaier könnte er in den Kabinettssitzungen twittern und über Andrea Nahles ablästern. Er würde sich über eine Kanzlerkandidatur sozialdemokratierisch freuen – was man sonst über kaum einen SPD-Politker sagen könnt. Und: was hätte die SPD schon zu verlieren? Außer mal wieder eine Wahl.

Wahlkampfslogan: Make sozialdemokratische Inhalte bei den Bürgerinnen und Bürgern des Landes great again.

Koalitionspartner: alle außer Piraten

Ergebnis: 13.37%

 

Share

140 Zeichen Hass.

Der Autor Maxim Biller hatte mal in grauer Vorzeit eine Kolumne mit dem Titel „100 Zeilen Hass“. Hier breitete der Journalist in der legendären Jetzt-Weltschau ‚Tempo’ seine Sicht der Dinge über gesellschaftliche Themen aus, die ziemlich konträr zur allgemeinen Anschauung der Dinge lag. Oft pointiert, gnadenlos egomanisch und eben triefend vor Ablehnung. Die Zeiten haben sich geändert. Aus Tempo wurde Übersch(w)all und aus 100 Zeilen 140 Zeichen. Nur der Hass, der ist geblieben – leider weniger intelligent und vielleicht noch eine Spur hassvoller.

Denn wir leben in aufgewühlten Zeiten. Gräben werden tiefer. Wir reden nicht mehr miteinander, sondern schreien viel öfter aneinander vorbei. Es geht nicht mehr um Dialog, sondern nur noch ums reden. Am dran sein. Am gehört werden. Von wem auch immer. 7 Followern oder 7 Millionen. Nachrichten sollen nicht mehr Nachrichten sein. Eher haben sie bei vielen Bevölkerungsschichten nur noch die Funktion das eigene Weltbild abzubilden. Wird das nicht getan, ist es eben Lügen- oder Halblügenpresse. Zeit hat niemand mehr: für Fakten, Recherche für Besonnenheit in unserem aufgehetzten und –geheizten Zeitalter.

Ich bin wie viele gerade erschüttert über die Anhäufung von Gewalttaten in Deutschland, Europa und der Welt. Jede dieser Taten hatte meines Erachtens andere Hintergründe: Terror (Ansbach, Würzburg), Amok (München) oder eine Beziehungstat (Reutlingen). Für die Angehörigen ist es wahrscheinlich egal, welcher Hintergrund die Tat jeweils hatte, sie wird das Leben aller dieser Menschen ihr Leben lang negativ beeinflussen. Allen diesen Menschen gilt mein Mitgefühl.

Trotzdem. Oder gerade deswegen. Habe ich nach dem Anschlag von Ansbach diesen Tweet geschrieben:

Bildschirmfoto 2016-07-27 um 11.59.13

 

Als Mensch. Nicht als Berliner. Nicht als Werber (wie ich danach auch verunglimpft wurde/werde – als ob ‚Werber’ kein Recht hätten auf eine Meinung zu einem Thema). Übrigens: ich habe politische Wissenschaft studiert, war knapp 9 Jahre als Offizier bei der Bundeswehr (habe also für unser Land wahrscheinlich weitaus mehr geleistet, als diese anonymen Internet-Krakeeler auf ihrem Sofa vorm Fliesentisch) und verkaufe keine Schokoriegel. Ich mache Wahlkämpfe und Kommunikation für öffentliche Institutionen oder Verbände. Mich mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen gehört zu meinem Beruf. Und meine Aufgabe ist es, Menschen diese Themen zu erklären und nahe zu bringen. Sie ggf. sogar von einer guten Sache zu überzeugen. Ich liebe meinen Job.

Nichtsdestotrotz wurde ich nach posten dieses Tweets von anderen Usern mit dem Tode bedroht und etliche Male beleidigt. „Hurensohn“, „Arschloch“ oder „linksversiffter Gutmensch“ war eigentlich Standard. „Idiot“ habe ich schon fast als Kompliment aufgefasst.

Die Tweets gegen mich waren teilweise so hasserfüllt, dass ich mir fast mehr Sorgen um die Schreiber gemacht habe, als um mich. Wo biegt man eigentlich mental falsch ab, um in dieser Kommunikation voller Wirrnis und Verschwörungen zu landen. Wo jemand wie ich – ein kleiner Berliner mit einem dämlichen Beruf – zur Projektionsfläche für Hass wird von Menschen, die denken in unserem Land läuft alles falsch und Merkel gehört an den Galgen.

Überhaupt: wir, die immer noch sagen, dass es vor knapp einem Jahr richtig war, Menschen Schutz zu bieten, die vor Krieg und Zerstörung flüchteten. Wir müssen uns Naivität und das zur Beleidigung gewordene Gutmenschentum vorhalten lassen. Ich bin übrigens gerne und mit Überzeugung Gutmensch. Dabei ist es fast zum Lachen, dass genau die rechten Trolle, die fordern, die männlichen Flüchtlinge aus Syrien sollten ihr Land verteidigen, dass gerade diese „Helden“ nicht mal den Mut haben mit Klarnamen ihre Meinung zu vertreten. Schöne Helden sind das. Und wahrscheinlich die ersten die aus Deutschland flüchten, wenn es statt Pringels vorm Computer plötzlich Bomben zum Nachtisch gibt.

Wenn aber jemand wie ich zu seiner Meinung steht, trotzdem Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen hat, dann wird er bedroht und gestalkt – weil man den Mut hat mit seinem Namen für seine Überzeugungen einzustehen. Und noch einmal: ich kann auch verstehen, wenn es Menschen gibt, die Merkels Flüchtlingspolitik ablehnen – aber wenn dabei Flüchtende entmenscht, Heime angezündet oder Thesen verbreitet werden, die nicht mehr auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen, dann ist bei mir Schluss. Schließlich ist es mehr als fragwürdig, wenn ein bekannter Blogger der FAZ genau diese Menschen noch mit Argumenten füttert und sich anhand eines Tweets eine Einschätzung darüber erlaubt, wie ich die Welt sehe und verstehe. Aber bloggende Berufsbesserwisser mit Internet-Anschluss haben nie die Welt verbessert, sondern geben nur Moment-Meinungen ab (die genauso lange nachhallen).

Zum Schluss: ich habe gestern gegen zwei Twitter-User Anzeige bei der Polizei erstattet, weil sie mir Tod und Gewalt androhten. Bei einem dritten habe ich überlegt, aber es war ggf. zu schwammig formuliert (hier profitieren die Trolle von unserem Rechtsstaat, den sie so doch so sehr hassen). Wir dürfen uns nicht von solchen anonymen Salonlöwen vorschreiben lassen, was wir wagen zu sagen und was nicht. Dafür musste ich mir von völlig empathielosen Trollen vorwerfen lassen, ich suhle mich in diesen Todesdrohungen (wie krank kann man sein?).  Ich mache mir keine Illusionen: es wird dabei nichts rauskommen. Alleine die Anzeige zu formulieren war irgendwie absurd. Wer hat mich geschädigt? Ein @irgendeinfantasiename aus ich weiß nicht wo. Das wird aller Wahrscheinlichkeit im Sande verlaufen. Was bleibt? Meine Frau hat Angst um mich, ich selbst sehe das eher gelassen. Doch was solche Hass-Trolle anrichten und an Furcht verbreiten, wenn sie jemand den Tod androhen, geht fast in Richtung Terror (den sie ja eigentlich so vehement ablehnen).

Und vielleicht kann das ein FAZ-Blogger aus dem beschaulichen Franken gar nicht beurteilen, wie sich das im fernen Berlin anfühlt – mit dem Tode bedroht zu werden. Aber: lassen wir den Hass nicht siegen, am Schluss setzen sich christlich-abendländische Werte durch: Nächstenliebe (die haben die selbsterklärten Bewahrer dieser Werte leider längst vergessen).

In dem Sinne bleibe ich dabei: Merkels Politik war, ist und bleibt richtig.

PS: Ich habe auch sehr viel Solidarität erfahren – danke dafür.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Share